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Mein Leben in Schanghai

Mein Name ist Raphael Iltisberger und ich möchte über Leben und Kultur in Schanghai berichten.

Ich studiere Wirtschaftspsychologie an der Hochschule Fresenius in Idstein und bin zur Zeit im vierten Semester. Um eine völlig andere Kultur kennenzulernen und internationale Erfahrungen zu sammeln, habe ich mich dazu entschieden, für ein Semester nach Shanghai zu kommen. Dort werde im Zeitraum von Anfang September bis Ende November Kurse im Bereich internationales Management absolvieren.

Für die Dauer meines Auslandssemesters bin ich an der Shanghai University (SHU) eingeschrieben. Hier studieren fast 40000 Studenten, verteilt auf drei Campi. Gemeinsam mit der Universität von Sydney betreibt die SHU ein Joint Venture, dass Studenten aus aller Welt auf Tätigkeiten in international agierenden Firmen vorbereitet. So studieren neben den Studenten der HS Fresenius auch Thailänder, Franzosen, US-Amerikaner und Studenten aus zahlreichen anderen Nationen hier.

Beim Verlassen des Flughafens fällt zuerst die extrem hohe Luftfeuchtigkeit auf, an die man sich aber recht schnell gewöhnt. Die Temperaturen sind mit ungefähr 30 Grad natürlich eine willkommene Abwechslung zum deutlich kälteren Wetter in Deutschland.  Auch die Luftverschmutzung ist weniger schlimm als ich erwartet hatte, denn obwohl man an manchen Tagen den Horizont wie durch einen Nebel hindurch sieht, habe weder ich noch jemand von den anderen Bewohnern des Studentenwohnheims, in dem ich untergebracht bin, bisher gesundheitliche Beeinträchtigungen erfahren.

Schon auf der Taxifahrt vom Flughafen zum Yanchang-Campus der Shanghai University gewinnt man einen ersten Eindruck von dieser chinesischen Metropole, in der, je nachdem wen man fragt, 20, 23 oder auch 25 Millionen Menschen  leben. Länger als eine Stunde fährt der Taxifahrer vorbei an unzähligen Appartmentkomplexen, Bürogebäuden und futuristisch anmutenden Häusern und Hallen, bei denen ich nicht einmal erahnen kann, was sich darin befindet.  Der Verkehr ist für europäische Verhältnisse äußerst chaotisch und unübersichtlich: Da wird gehupt und gedrängelt, überall schlängeln sich Motorradfahrer auf Elektrorollen an Autos und Passanten gleichermaßen vorbei und Zebrastreifen scheinen mehr als Dekoration denn als sicherer Übergang für Passanten zu dienen. Allerdings funktioniert diese Variante des Straßenverkehrs erstaunlich gut, zumindest habe ich bislang keinen einzigen Unfall beobachtet. Und vielleicht ist dies auch der einzige Weg, in einer Stadt, deren Rush Hour länger dauert als in Deutschland die Arbeitstage, einigermaßen schnell vorwärts zu kommen.

Um den Studenten aus dem Ausland bei der Überwindung der Startschwierigkeiten zu helfen, stellt die SHU jedem von uns einen Mentoren zur Seite. Dabei handelt es sich um chinesische Studierende, die sich mit sehr viel Eifer um ihre Partner kümmern und bei allen organisatorischen Dingen, wie zum Beispiel der Immatrikulation, eine große Hilfe sind.

Das Straßenbild ist geprägt von unzähligen Restaurants, Garküchen und Ständen, die die verschiedensten Gerichte anbieten und natürlich alle ausprobiert werden wollen. Die meisten dieser Läden bestehen aus nicht viel mehr als einem Tresen, ein paar Tischen und Stühlen und einer winzig kleinen Küche. Zuerst machte ich mir einige Sorgen wegen Hygiene, der zumeist hervorragende Geschmack belehrte mich aber schnell eines Besseren und alle meine Befürchtungen haben sich bis jetzt als unbegründet erwiesen. Obwohl ich kein Chinesisch spreche, funktioniert die Verständigung recht problemlos: Fast alle Restaurants haben entweder ein englisches Menü oder aber Bilder, anhand derer man zeigen kann, was man essen möchte. Verglichen mit westlichen Standards sind die Preise für Dinge wie Essen oder Taxi fahren unglaublich niedrig. Vielerorts bekommt man schon für ungefähr zwei Euro eine vollwertige Mahlzeit.

Überhaupt ist mein erster Eindruck von Shanghai ein überaus positiver, denn die Chinesen begegnen Ausländern mit großer Freundlichkeit und Interesse, egal, ob auf der Straße, im Restaurant oder in der Universität.
 

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