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Mein Leben in Schanghai

Raphael Iltisberger hat in Schanghai studiert - und zieht nun zu seiner Rückkehr Bilanz.
Während den Prüfungen hatte ich leider nur wenig Zeit, wegzugehen und Schanghai noch besser kennenzulernen, aber nun genieße ich meine letzten Tage in der Stadt in vollen Zügen. Zeit, in diesem letzten Blog einmal Bilanz zu ziehen.

Obwohl ich zu Beginn durchaus positive Erwartungen hatte und mir nur wenige Sorgen machte, hätte ich niemals erwartet, hier so eine tolle Zeit zu verbringen. Gerade die freundliche Aufnahme durch die chinesischen Studenten und auch durch die meisten Bewohner Schanghais hat mir dabei geholfen, mich schnell zurechtzufinden, sodass der gefürchtete Kulturschock weitestgehend ausblieb und ich mich von Beginn an wohlfühlte.

Schanghai ist so riesig und aufregend, dass ich hier anstatt für drei Monate auch für drei Jahre hätte bleiben können und trotzdem immer wieder überrascht werden würde und Unbekanntes entdecken könnte. Ob in den teuren Boutiquen, Gourmetrestaurants und Kunstgalerien des Szeneviertels Xintiandi, den schicken Clubs und Bars am Bund oder den engen Gassen der chinesischen Altstadt, überall war ich immer wieder fasziniert von der Vielfalt, die Schanghai zu bieten hat. Wie wohl sonst in keiner anderen Stadt auf der Welt treffen hier Tradition und Moderne aufeinander, eindrucksvoll vermischt sich die chinesische Kultur mit westlichen  Akzenten.

Auch wenn die Sprachbarriere leider dazu führte, dass ich nur selten längere Gespräche mit Chinesen führen konnte, so kann ich doch sagen, dass ich sie als sehr freundliches und hilfsbereites Volk kennengelernt habe. Schade fand ich nur, dass auch mit den meisten Englisch sprechenden Chinesen in der Universität selten ein echter Austausch möglich war, da viele von ihnen sehr schüchtern und zurückhaltend waren. Trotzdem war ihnen kein Aufwand zu groß, um uns unseren Aufenthalt in Schanghai so angenehm wie möglich zu machen.

Von manch einem Professor hätte ich allerdings besseres Englisch erwartet. Denn gerade wenn es um Finanzmathematik ging, war es manchmal schwer, den ohnehin schon sehr wirren Ausführungen des Dozenten zu folgen. Bis auf diese unrühmliche Ausnahme besaßen aber alle Professoren die nötige Kompetenz, um uns ihr Fach verständlich nahebringen zu können.

Dass die letzten Monate so schnell vorbeigingen, ist für mich die größte Bestätigung dafür, wie sehr es mir hier gefallen hat. Ich habe nicht nur viele neue Freunde aus China, Deutschland und anderen Ländern gefunden, sondern auch viel gelernt über die chinesische Kultur und das Leben der Menschen hier. So kann ich abschließend voller Überzeugung sagen, dass das schlechteste an meinem Auslandssemester war, dass es leider nur elf Wochen gedauert hat.
 
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