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Baden gegangen

Das Umland sollte an der Bäder-Finanzierung Frankfurts beteiligt werden.
Auch Menschen aus dem Umland nutzen die Frankfurter Bäder. (Symbolbild: nie) Auch Menschen aus dem Umland nutzen die Frankfurter Bäder. (Symbolbild: nie)
Die Sparmaßnahmen der Stadt Frankfurt machen auch vor’m Badevergnügen keinen Halt. Nach der Ankündigung, die Eintrittspreise der Frankfurter Bäder für Schwimmen und Sauna bis zu 30 Prozent zu erhöhen, war meine Empörung zunächst groß. Wer möchte schon für dieselbe Leistung 30 Prozent mehr Geld bezahlen? Doch vieles versteht man besser, sieht man klarer, wenn man einmal die Perspektive wechselt.

Ich bin zwar in Frankfurt geboren, dort aufgewachsen und verbringe den größten Teil meiner Zeit dort. Meine Privatwohnung befindet sich aber in Neu-Isenburg. Aus der Sicht Frankfurts ist es schon recht abenteuerlich, mir und vielen anderen Nicht-Frankfurtern den Saunabesuch zu subventionieren, nur weil es in Neu-Isenburg keine öffentliche Sauna gibt. Schwerwiegender noch, wenn man sich die Frage stellt: Ist es überhaupt die Aufgabe des Staates, des Landes oder einer Stadt, seinen Bürgern einen preisgünstigen Schwimmbad- und Saunabesuch zu ermöglichen?

Aus diesem Blickwinkel habe ich versucht, Verständnis für die Preiserhöhung zu entwickeln, doch nach längerem Nachdenken funktioniert eben das auch nicht. Und warum?

Wenn die Preise der Frankfurter Bäder um bis zu 30 Prozent steigen, ist der Eintritt auf dem Niveau der privaten Betreiber (z.B. Rhein-Main-Therme Hofheim, Monte Mare Obertshausen, Taunustherme Bad Homburg, etc.). Diese Bade- und Saunaanstalten übertreffen aber an Angebot und Ausstattung, Luxus und Ideenreichtum die Frankfurter Bäder um Längen, so dass sich ein Besuch dort nicht mehr lohnt.

Fazit: Die Frankfurter Bäder sind ausschließlich des niedrigen Preises wegen attraktiv für die breit gefächerten Besucher. Das Umland sollte also an der Finanzierung beteiligt werden, damit dem so bleibt. Die einzige Alternative hierzu wäre, die Bäder komplett zu privatisieren. Darauf wird es in den kommenden Jahren vermutlich eh hinaus laufen müssen. (Thorsten Wszolek)
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