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Mehr Mut

Von Frankfurt – wo sind Deine Gesichter geblieben?
Ein unvergessenes Duo: Volkstheater-Gründerin Liesel Christ und Heinz Schenk. Ein unvergessenes Duo: Volkstheater-Gründerin Liesel Christ und Heinz Schenk.
Vorbei sind die Zeiten, als Wolf Schmidt und Liesel Christ als Ehepaar Hesselbach in ganz Deutschland über die Fernsehbildschirme flimmerten. Vorbei die Ära des „Blauen Bocks“, in der die Wirtsleute Heinz Schenk, Lia Wöhr und Reno Nonsens unsere Mainfränkische Sprache im Bundesgebiet verbreiteten. Vorbei die ARD-Börsen-Epoche „Frank Lehmann“ mit den News rund um die Aktien aus aller Welt – meist mit südhessischem Charme und Frankfurter Satzmelodie. Vorbei die erste Staffel von „Ein Fall für Zwei“, der schleichende Zerfall der Familie „Drombusch“ und – das darf natürlich nicht fehlen – die „Hessischen Geschichten“ mit Schwergewicht Günter Strack.

Auch wenn die soeben genannten Personen nicht allesamt Frankfurter waren, so haben sie eines gemeinsam: Sie waren die bundesweiten Botschafter des Rhein-Main-Gebietes, die allseits beliebten „Hessen“, die uns mit ihren Gesichtern, ihren Stimmen, ihren Figuren nach außen präsentierten und darstellten.

Dass alle außer Heinz Schenk und Frank Lehmann bereits nicht mehr unter uns weilen, liegt nun einmal daran, dass jedes menschliche Leben endlich ist. So ist das nun einmal. Aber wo sind eigentlich die Nachfolger, die Neuen? Gibt es sie nicht oder haben wir durch die endlosen Wiederholungen im Fernsehen verlernt, nach ihnen zu suchen? Und welche Rolle spielt überhaupt das Fernsehen dabei?

Das Hamburger Ohnsorg-Theater hat auch über den Tod des großen Zugpferds Heidi Kabel hinaus einen festen Platz im NDR-Fernsehen; die Aufzeichnungen aus dem Frankfurter Volkstheater kann man aufzählen, so rar sind diese. Das Ohnsorg-Theater produziert 12 Stücke im Jahr; das Volkstheater Frankfurt knapp die Hälfte. Das Ohnsorg-Theater ist im vergangenen Jahr in ein größeres Haus umgezogen; das Frankfurter Volkstheater schließt demnächst.

Und nun zum Fazit: Den Medien Fernsehen, ggf. auch Kino, kommen mit Sicherheit 50 Prozent zu, die oben genannten Hessen-Stars bekannt gemacht zu haben, bekannt über deren eigentlichen Wirkungsgrad Theater, Fastnacht und so weiter hinaus. Fragt sich, warum der Hessische Rundfunk sich ab Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre zunehmend vom Image „Bembel-TV“ verabschiedet hat. Seinen Einschaltquoten hat es nachweislich nicht gut getan. Selbst „Hessen lacht zur Fassenacht“ wird auf Hochdeutsch moderiert. In diesem Jahr wurde beim Frankfurter Fastnachtsumzug auf die bedeutende Kulisse Römerberg/Ostzeile verzichtet. Stattdessen zeigte man im Hintergrund lieber den Kaufhof und die Baustelle des ehemaligen Rundschau-Geländes.

Schlussplädoyer: Das hr-Fernsehen muss dringend neue Gesichter und Standorte fest im Sendeverlauf etablieren, damit unsere Region wieder ein Gesicht bekommt. Die politischen Parteien machen es uns doch vor. Welche Partei plakatiert Wahlprogramme? Nix da! Stattdessen lächeln uns Politiker-Gesichtsportraits an. Gesichter von Menschen, die oft selbst nicht wissen, welche Inhalte sie verkaufen sollen. Aber es funktioniert!

Mehr Mut also – speziell im deutschen Fernsehen.
 
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