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So ein Theater!

Von Diesmal im Hessen-Blog: Frankfurt – die Stadt, die nicht weiß, was sie will.
Peter Hofmann und Anna Maria Kaufmann 1990 in «Das Phantom der Oper» im Theater Neue Flora in Hamburg. Das Musical hätte ursprünglich in Frankfurt gespielt werden sollen, daran erinnert unser Blogger Thorsten Wszolek. (Foto: dpa) Peter Hofmann und Anna Maria Kaufmann 1990 in «Das Phantom der Oper» im Theater Neue Flora in Hamburg. Das Musical hätte ursprünglich in Frankfurt gespielt werden sollen, daran erinnert unser Blogger Thorsten Wszolek. (Foto: dpa)
In den letzten Jahren, zuletzt sehr ausführlich in der FAZ, war immer wieder zu lesen, was unser goldisch Frankfurt doch für eine prosperierende Stadt ist. Und wow – ist das überall zu sehen, zu spüren …
 
Innerhalb kürzester Zeit ist das Europaviertel aus dem Boden gesprossen mit eigenem Einkaufscenter inklusive Saunalandschaft, die im Februar eröffnet. Das Ostend ist kaum wieder zu erkennen. Rund um den Römer bauen wir weitere Teile der Altstadt wieder auf. Das Gelände hinter der Komödie ist eine einzige Baustelle. Hunderttausende von Pendlern und Gäste aus aller Welt kommen Tag für Tag in die Stadt, um hier zu arbeiten.
 
Doch sind wir uns dessen eigentlich bewusst? Was haben wir denn da angezettelt? Bei allem oben Erwähnten können doch stets neue Erweiterungen kaum ausbleiben, zum Beispiel Erweiterungen des Frankfurter Flughafens. Aber viele Frankfurter demonstrieren regelmäßig dagegen.
 
Ladenschlussgesetzte, nur wenige verkaufsoffene Sonntage ... Sind wir uns drüber im Klaren, dass unser kulturelles Angebot eigentlich nichts taugt für die Touristen aller Welt?
 
Eine große Chance haben wir bereits verpasst, als Ende der 80er Jahre der Bau des Musicaltheaters für DAS PHANTOM DER OPER auf dem Gelände des Parkhauses Hauptwache von der damaligen Regierung verhindert wurde. Stattdessen ging die Hit-Show nebst Hauptdarsteller Peter Hofmann nach Hamburg, wo die Neue Flora erschaffen wurde. Weitere feste Musicalspielstätten folgten. Nun ist ein weiterer Neubau in der Entstehung, und steht nicht im Gegensatz zu Schmidt’s Tivoli oder dem Ohnsorg-Theater.
 
Wir in Frankfurt diskutieren Volkstheater Frankfurt weg; macht ein Volkstheater Hessen Sinn, oder langt das kleine Volkstheater bei Bäppi LaBelle? Quast in den Cantate-Saal oder doch ein privat finanzierter Bau am Paradieshof? Oder nach Hanau? Ich persönliche gehöre ja auch zur Fraktion „Regionale Unterhaltung für eigesessene Frankfurter un Leut aus de Umgebung.“ Generell hat Bappi LaBelle von uns allen mit den Schwerpunkten Travestie und Verwandlungskunst noch die besten Chancen, Münchner ebenso wie New Yorker oder Japaner zu unterhalten.
 
Romantikmuseum, Apfelweinmuseum? Alles ganz gut und schön und für uns Eingeborene auch sicherlich wichtig. Aber ist es das auch für die vielen Menschen, die zu uns kommen? Jene, die nicht deutschsprachig sind?
 
Übergeordnet sollten wir beginnen, die Frage zu diskutieren, wie wir unsere kulturelle und infrastukturelle Weiterentwicklung gestalten wollen. Passen wir diese peu-á-peu der baulichen Entwicklung der Stadt an, oder laufen wir Gefahr, im Privinziellen zu versauern?
 
Einheimische Kleinkunst, Brauchtumspflege und internationales Entertainment à la Broadway oder London schließen einander nicht aus. Im Gegenteil! Es muss sich was tun – und zwar dringend.

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