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So ein Theater!

Von Heute: Seit der OB-Wahl hat das Wort "Rheinfall" eine neue Bedeutung.
Wir wählen gern nach Sympathie. Aber was oder wen soll man wählen, wenn man mit allen beiden Kandidaten keinen Urlaub verbringen möchte? (Foto: dpa) Wir wählen gern nach Sympathie. Aber was oder wen soll man wählen, wenn man mit allen beiden Kandidaten keinen Urlaub verbringen möchte? (Foto: dpa)
Die Verwunderung im Rhein-Main-Gebiet ist allgegenwärtig. Selbst Stammwähler des rot-grünen Lagers fragen sich: „Wie konnte eigentlich Peter Feldmann Oberbürgermeister werden?“ Alles in Allem hat es den Anschein, als wollten er und die SPD dies gar nicht. Man sah sich wohl offensichtlich nach 17 Jahren Petra Roth chancenlos, musste aber einen Kandidaten aufstellen.

Aber ist er denn aus ganzem Herzen gewählt worden? Ich vermute mal: Nein! Ist er nicht. Das war nämlich keine Pro-Peter-Feldmann- sondern eine Anti-Boris-Rhein-Wahl.  Seitdem hat das Wort „Rheinfall“ eine ganz andere Bedeutung.

Heute geben sich die Wähler aller Parteien zerknirscht und fragen sich scheinheilig: „Wie konnte das nur passieren?“ – „Was ist denn das für ein Oberbürgermeister?“ Doch wer sonst trägt die Verantwortung hierfür, wenn nicht der Wähler?

Vermutlich wollten die Frankfurter (ein konservatives, aber gastfreundliches Multi-Kulti-Volk) keinen Hardliner-Innenminister als Stadtvater, aber einen Bürgermeister auf Stippvisite, der an Terminen nur teilnimmt, wenn er nicht gerade mit Familienmitgliedern am Main spazieren geht, wollten sie eben auch nicht. Aber wahrscheinlich war er das kleinere Übel.

Mein Aufruf: Aus der Frankfurt-Wahl lernen! – denn am Sonntag kommt die Hessen-Wahl. Das könnte nämlich ähnlich ablaufen. Im Großen und Ganzen sind die Hessen derzeit mit dem Zustand unseres Landes sehr zufrieden. Mit dem Landesvater Volker Bouffier tun sich viele schwer. Thorsten Schäfer-Gümbel ist allerdings auch nicht das, was man als den Kandidaten des Herzens bezeichnen kann. Es ist also spannend. Was oder wen also wählen, wenn man mit allen beiden keinen Urlaub verbringen möchte?

Es geht also um Inhalte – wie eigentlich immer. Aber die Deutschen wählen gerne nach Sympathie, nicht nach Programmen. Häufig taugen ja auch Wahlversprechen sehr wenig . An dieser Stelle sei an den Wahlkampf vor der letzten großen Koalition erinnert, in dem die CDU für eine Mehrwertsteuererhöhung von 2.0 % geworben hat. Die SPD hat dies strikt abgelehnt. Diejenigen, die für eine MwSt.-Erhöhung waren, haben CDU gewählt, die dagegen waren, haben SPD gewählt.

Und jetzt kommt der Clou: Nachdem es zur großen Koalition kam, ging man davon aus, dass die Schnittmenge aus beiderlei Konzepten 1.0 % MwSt.-Erhöhung sei. 2.0 + 0.0 % geteilt durch 2 = 1.0 %. Tja, so lernt man Rechnen allerdings nur in der Schule. In der Politik bedeutet das: 2.0 + 0.0 % geteilt durch 2 = 3.0 % MwSt.-Erhöhung.

Man muss also Personen, Programme und Erfahrungen, die man in den vergangenen Jahren mit diesen gemacht hat, in alle Überlegungen einbeziehen und dann wählen gehen. Darauf kommt es an! Wählen gehen! Und nicht hinterher fragen: „Wie konnte das nur passieren..?“

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