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So ein Theater!

Von Diesmal: NSA und Handygate - wie naiv sind wir Europäer eigentlich?
Bundeskanzlerin Merkel und ihr Handy. Unser Blogger Thorsten Wszolek findet es reichlich naiv, die Fenster und Türen offenzulassen - und sich dann darüber zu wundern, dass man ausgeraubt wird. (Foto: dpa) Bundeskanzlerin Merkel und ihr Handy. Unser Blogger Thorsten Wszolek findet es reichlich naiv, die Fenster und Türen offenzulassen - und sich dann darüber zu wundern, dass man ausgeraubt wird. (Foto: dpa)
Im Zusammenhang mit dem aktuellen Aufreger der Woche möchte ich folgende kleine Geschichte erzählen:
 
Hessen, im Jahr 2053. Die seither umstrittenen Offenbacher hatten ein Patent angemeldet. Darum ging es um ein standartisiertes Wohnhaus für jedermann, das größtmögliche Freizeit garantierte. Es sammelte verdreckte Wäsche von alleine ein, lies sie durch Waschmaschine und Trockner laufen, bügelte sie und beförderte sie wieder in den Schrank. Das Haus bereitete die Lieblingsgerichte termingerecht zu und servierte sie am Esstisch, spülte anschließend und machte die Küche sauber. Das Haus putzte sich von alleine und renovierte sich alle fünf Jahre. Baufälligkeiten wurden selbsttätig geregelt und der Garten von alleine gepflegt.
 
Einziges Problem, das es gab: Fenster und Türen ließen sich nicht sicher verriegeln. Dieser Umstand wurde häufig herunter gespielt und mehr oder weniger ignoriert, denn die Vorteile für einen Jeden waren so enorm, dass man dieses Manko gerne in Kauf nahm. Wer wollte denn je wieder selber die Küche oder die Toilette sauber machen?
 
Im Jahr 2065 hatten sich nahezu alle Frankfurter ein solches Haus angeschafft. Zunächst waren alle glücklich und zufrieden. Das Geschäft der Offenbacher boomte, und die Frankfurter entwickelten sich zur sorglosen Fun-Gesellschaft.
 
Doch mit den Jahren häuften sich Vorfälle von Einbrüchen und Diebstählen von Geld, Gegenständen oder anderen Dingen, die gar nicht so schnell zu bemerken waren. Spuren wurden aufgrund der oben beschriebenen Sicherheitslücke (unsichere Türen und Fenster) keine hinterlassen, und es dauerte sehr lange, bis die Frankfurter auf den Dreh kamen, dass ihnen die Offenbacher Häuser verkauft hatten, die sie nach Belieben selber plündern und ausrauben konnten.
 
Bisher war das zwar ein Ärgernis, wurde aber erst wirklich zur ernsthaften Affaire, als sich herausstellte, dass das Haus des Oberbürgermeisters Peter Roth (Ur-Neffe der ehem. OB Petra Roth) ebenfalls durch die Offenbacher peu-á-peu ausgeräumt wurde.
 
Die Empörung war überdimensional groß, und die Frankfurter hatten einen weiteren Grund, die Offenbacher nicht zu mögen. Es passte ohnehin ins Bild, das man von Offenbach die letzten Jahrzehnte, wenn nicht gar Jahrhunderte hatte.
 
Die Frage, warum man keine eigenen Häuser mit eigenen Sicherheitssystemen erdacht und somit erbaut hat, stellten sich leider zu wenige. Hauptsache man hatte mit den Offenbachern einen Schuldigen gefunden.
 
Fazit: Wer seine Gartentür immer offen stehen hat, braucht sich nicht wundern, wenn die Beete ständig zertrampelt sind.
 
Kurztext für Nervöse: Wir haben uns voller Bequemlichkeit, was unsere komplette Telekomunikation anbelangt, in die Hände der USA begeben und uns quasi auf Drittwelt-Niveau „abhängen“ lassen. Wie naiv sind wir Europäer eigentlich? Anstatt den USA die volle Schuld an allem zu geben, sollten wir endlich anfangen, darüber zu diskutieren, ob wir nicht zum Großteil selber schuld sind an dem ganzen Dilemma.
 
Abschließend sei noch erwähnt, dass ich sehr wohl einen Unterschied darin sehe, ob abgehört wird, wie ich mich mit Freunden zum Saufen ins Gemalte Haus verabrede, oder ob die Handys von Staatschefs abgehört werden. Das Abhören der Bürger in Relation zu setzen mit dem Abhören der Handys unseres Ex-Kanzlers Schröder oder unserer Jetzt-Kanzlerin Merkel, ist absurd!
 
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