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So ein Theater um die Prostitution!

Von Droht der Prostitution im Frankfurter Bahnhofsviertel bald das Aus?
Was würde passieren, wenn es keine legale Prostitution mehr in Deutschland geben würde? Das fragt sich Blogger Thorsten Wszolek. (Archivfoto: Dirk Zengel) Foto: Dirk Zengel Was würde passieren, wenn es keine legale Prostitution mehr in Deutschland geben würde? Das fragt sich Blogger Thorsten Wszolek. (Archivfoto: Dirk Zengel)
„Und draußen vor der großen Stadt, steh’n die Nutten sich die Füße platt! – Skandal!“
 
Bisher hatten wir immer begründet Angst, an der deutsch-französischen Grenze ginge ein Atommeiler in die Luft, dessen Dreck dann über den Atlantik-Westwind zu uns nach Deutschland geblasen wird. Derzeit weht aber von Frankreich her ein ganz anderes Lüftchen zu uns. Dieses hat im Schlepptau die Diskussion, ob wir mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln die Prostitution abschaffen sollten. Gar von Strafen für die Freier, nicht für die Bordsteinschwalben, ist die Rede.
 
Speziell von einer Kampfansage gegen Zuhälterei und Zwangsprostitution wird in den Medien berichtet und an den hiesigen Stammtischen gesprochen und heiß diskutiert. Alles und vor allem aufgeheizt und angefacht durch die in diesem Zusammenhang schon häufig in Erscheinung getretene Alice Schwarzer.
 
Mir zwängt sich hier immer sehr schnell die Frage auf: Worum geht’s eigentlich? Bisher war ich immer davon ausgegangen, Zuhälterei und Zwangsprostitution seien in Deutschland ohnehin nicht erlaubt, also strafbar. Warum also den Freier bestrafen, wenn ein Zuhälter die Prostituierte ausbeutet? Warum den Freier bestrafen, wenn Verbrecherbanden ganze Horden von jungen osteuropäischen Mädchen in Deutschland zur Prostitution zwingen? Das kann’s irgendwie nicht sein. Was bleibt dann noch?
 
Soll das Frankfurter Bahnhofsviertel schöner und die Hamburger Reeperbahn abgeschafft werden? Hier, wo das älteste Gewerbe der Welt scheinbar seine Wurzeln hat? Vermutlich ist das auch völliger Käse.
 
An dieser Stelle möchte ich einräumen, dass ich noch nie ein Bordell von innen gesehen habe. Ich überlege aber ernsthaft, dem ach so legendären Sudfass einen Abschiedsbesuch abzustatten, bevor es unter dem Motto „Auspuff“ abgerissen wird. Dann weiß ich wenigstens, wovon alle immer reden.
 
Welche körperliche Arbeit und welcher Lohn des Menschen würdig ist oder nicht, wird soeben versucht, in der Mindestlohndebatte zu klären. Wie wollen wir es aber mit nymphoman veranlagten Frauen und dauergeilen Strichjungen oder Callboys für Frau UND Mann (ja, staune, das gibt es auch!) handhaben, die ihr Hobby zum Beruf gemacht haben und voll darin aufgehen, dass sie daraus auch noch Geld schlagen können?
 
Sollten wir nicht dafür Sorge tragen, dass sie in ihrem Beruf sozialversichert sind, ihre Steuern bezahlen wie die meisten Menschen im Land? Wer glaubt, durch Verbote und dem Schüren von Ängsten von Freiern die Prostitution aus Frankreich und Deutschland verbannen zu können, der irrt in meinen Augen gewaltig. Das Ganze wandert in den Untergrund, also in die Illegalität. Vermutlich entfacht der Sextourismus nach Thailand und andere Länder wieder und vielleicht sogar Schlimmeres.
 
Denn eines sollten wir uns ernsthaft fragen: Was macht ein Freier, der dringend „Druck abbauen“ muss, dann, wenn dies als „Dienstleistung“ nicht mehr angeboten wird? Dass ein Markt hierfür vorhanden ist, steht außer Zweifel. Aber, was dann, Frau Schwarzer?
 
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