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So ein Theater!

Von Der Opernball wird verschoben. Und wir sind um eine Attraktion ärmer!
Wird es 2015 leichter, den Frankfurter Opernball zu finanzieren? Daran hat unser Blogger Thorsten Wszolek ernsthafte Zweifel... (Foto: dpa / Archiv) Foto: 3sat (3sat) Wird es 2015 leichter, den Frankfurter Opernball zu finanzieren? Daran hat unser Blogger Thorsten Wszolek ernsthafte Zweifel... (Foto: dpa / Archiv)
Na super. Was für eine Botschaft. Der neue „Frankfurter Opernball 2014“ – abgesagt. Einer der Hauptgründe: Zu wenig Tickets verkauft. Ein nie endendes Thema meiner Blogs. Leider.
 
Aber sind es dieselben Gründe, warum das Volkstheater schließen musste, warum die Fliegende Volksbühne / Michael Quast im Cantatesaal oft vor leeren Stuhlreihen spielt und warum die Säle in Frankfurt zu Fastnacht nicht gut verkauft sind? Sind wir Frankfurter wirklich so wenig daran interessiert, was andere Frankfurter für uns und die Welt veranstalten?
 
Beim Opernball liegt der Fall wohl ein wenig anders. Als sich vor 20 Jahren noch Stars von Weltruhm beim Frankfurter Opernball die Hand reichten, z.B. Placido Domingo, Larry Hagman, Shirly Bassey, etc., hat der Landwirt aus dem Gießener Umland für sich, seine Frau und seine Tochter ein Jahr lang gespart, um bei dem großen Spektakel dabei sein zu können. Die Tochter war jahrelang in die Tanzschule gegangen, neue Kleider wurden für die Damen gekauft, und ein nettes kleines Hotel am Rande von Frankfurt wurde für eine Nacht bezogen, damit man nachts in Champagner-Laune nicht mehr zurück fahren musste.
 
Jahr für Jahr blieben aber zunehmend mehr Promis weg, und die Preise stiegen. Für immer weniger Leute machten die hohen Geldausgaben Sinn, nur um einmal durch die Alte Oper „flanieren“ und tanzen zu können. Viele junge Leute besuchen nicht einmal mehr eine Tanzschule. In Diskos hat man heute nicht mal mehr einen festen Tanzpartner, sondern bewegt sich alleine über die Tanzfläche oder tanzt quasi mal mit jedem, der auch grad da ist.
 
Timbuktu oder der Metzgerball finden schon Jahre lang nicht mehr statt. Vermutlich befinden wir uns am Ende einer Ära, die die letzten 200 Jahre in Europa ihren Höhepunkt hatte.
 
Stellt sich ernsthaft die Frage, ob der Vorverkauf besser laufen würde, wenn man den Ball – wie geplant – nach 2015 verlegt. Ist es in 2015 etwa einfacher, die Miete für die Alte Oper, sage und schreibe 150.000 Euro, zu erwirtschaften?
 
Einzige zu empfehlende Hilfe: Preise runter und mehr Promis. Wer zahlt zwischen 200 und 1.800 Euro, um auf C-Promis zu treffen? Mit B-, C- und D-Promis werden wir doch schon täglich im Fernsehen und in den Illustrierten zugeballert.
 
Ein schlüssiges Konzept, warum ich mir für 2015 eine Karte bestellen sollte, kann ich leider nirgendwo erkennen.
 
Schade drum. Frankfurt ist vermutlich wieder um eine traditionelle Attraktion ärmer!

***

Übrigens: Auch Bäppi LaBelle befasst sich in seinem aktuellen Blog mit dem Verschieben des Frankfurter Opernballs.

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