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So ein Theater!

Von Frankfurt kann zum Alptraum werden, wenn man jahrelang eingefroren war.
Kein Eros mehr: So soll es künftig an der Oskar-von-Miller-Straße aussehen. (Skizze: Archiv) Kein Eros mehr: So soll es künftig an der Oskar-von-Miller-Straße aussehen. (Skizze: Archiv)
Das Ostend gestaltet sich neu, das Europaviertel ist nicht wieder zu erkennen, der Uniturm wurde gesprengt, der Henninger-Turm ist abgetragen, die Altstadt wird teilweise wieder aufgebaut, von der Schweizer-Straße aus (Sachsenhausen) kann man rechts an der Komödie vorbei bis zum Frankfurter Hof gucken (Baustelle), und das Sudfass wird abgerissen. Ausgerechnet Frankfurts Aushänge-Puff Sudfass ist nicht mehr. Wird doch extra die Euro-Zentral-Bank ins Ostend und extrem Sudfass-nah gebaut, so dass es die Mitarbeiter und Gäste in der Mittagspause nicht weit haben. Und nun das …
 
Zu meiner Kindheit entstand eine unglaubliche Vision. Wenn man später mal krank würde, könnte man sich einfrieren lassen. Erst, wenn die Krankheit heilbar sein sollte, würde man wieder aufgeweckt werden. Klang irgendwie hoffnungsvoll, wenn auch utopisch und sehr weit weg. Aber sei’s drum.
 
Ich habe mir nun einmal Gedanken darüber gemacht, wie es wohl einem damals 45-jährigen Menschen erginge, der 1985 einfroren worden wäre und nun heute in der Gegenwart aufgeweckt werden würde.
 
Blanker Wahnsinn!
 
Abgesehen davon, dass man von der Maueröffnung nichts mitbekommen hätte, nicht verstehen könnte, warum alle Menschen auf der Straße mit einem kleinen Kästchen am Ohr herum laufen und scheinbar mit sich selbst reden, nicht kapieren würde, wovon die Menschen reden, wenn sie sich über ihr Motherboard, ihre Flat, ihren DSL-Anschluss, ihr W-LAN oder ihren Smart unterhalten, würde man sich auch in Frankfurt nicht mehr zurecht finden.
 
Würde man also das Sudfass aus bekanntem Grund aufsuchen, da man seit Mitte der 80er Jahren eingefroren war und es nach 30 Jahren einfach mal wieder nötig wäre – Fehlanzeige! Was und wo ist eigentlich der „Willy-Brandt-Platz“? „Ignatz-Bubis-Brücke“? Wo soll die sein? Ist der Johannes Heesters wirklich zwischenzeitlich gestorben? Okay, das gehört nicht hierher …
 
Wo früher der Dippegucker war und das Volksbildungsheim am Eschernheimer Turm, ist nun ein Kino. Die Friedberger Landstraße hinauf fährt jetzt die Straßenbahn. Hatte man die damals nicht gerade entfernt?
 
Die City jetzt fast aus wie New York. Wolkenkratzer soweit das Auge reicht. Würde man zwischen  Kuhwaldsiedlung und altem Güterbahnhof die Orientierung verlieren, so könnte man heute annehmen, man wäre in einer anderen Stadt.
 
Fazit: Frankfurt am Main ist eine der tollsten Städte in ganz Europa. Viele Menschen wissen das nicht. Frankfurt lebt, entwickelt sich weiter und klettert stetig weiter an die Spitze. Durch jahrelanges Einfrieren wäre wohl ausschließlich der Gesundheit gedient. In Bezug auf eine Stadt, deren Weiterentwicklung rast, wäre es wohl kein Traum – sondern ein Alptraum!
 
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