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So ein Theater!

Von Zur WhatsApp-Panik: Seitdem es den Datenschutz gibt, erfährt man einfach alles!
Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat WhatsApp gekauft. Und die ganze Welt spielt verrückt, findet unser Blogger Thorsten Wszolek. Foto: dpa Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat WhatsApp gekauft. Und die ganze Welt spielt verrückt, findet unser Blogger Thorsten Wszolek. Foto: dpa
Die Aufregung ist groß. Was passiert nun mit all unseren Handynummern, jetzt, wo Facebook WhatsApp gekauft hat? Ja, iss es denn möschlisch? Etwa ein Drittel aller WhatsApp-User überlegen, sich einem anderen Message-Dienst anzuschließen oder haben dies bereits getan.
 
Mir ist das allerdings unverständlich. Irgendwie entwickeln wir uns zu einer Art Volk von Paniknudeln. Zu meiner Kindheit standen alle im Telefonbuch oder waren in der Telefonauskunft registriert. Man hatte große Probleme zu begründen, wenn man nicht darin verzeichnet sein wollte. Das waren die aller Wenigsten. Wenn damals jemand gesagt hat: „Ich stehe nicht im Telefonbuch!“, so galt er als elitär oder überheblich.
 
Was ist denn damals passiert? Haben kriminelle Organisationen, Staaten oder Marktforscher reihenweise diese Telefonbücher gehortet und deren Inhalte für Zwecke missbraucht, die uns nicht passten? Ich kann mich an so etwas nicht erinnern. Auch auf Nachfrage finde ich niemanden, der mich vom Gegenteil überzeugt.
 
Wir sollten uns viel mehr wundern, was uns der derzeitige Datenschutz wirklich bringt. Darin sehe ich viel mehr Grund zur Sorge.
 
Sämtliche Medien sind darüber informiert, wann die Steuerfahndung bei Herrn Zumwinkel eintrifft, und sind live dabei. Somit auch alle Zeitungsleser und Fernsehzuschauer. Herr Hoeneß erstattet eine Selbstanzeige beim Finanzamt, die in vollem Umfang breit getreten und diskutiert wird. Desgleichen bei Alice Schwarzer. Aktuell sorgt der Fall Edathy für große Aufmerksamkeit, bei dem ebenfalls um Inhalte beziehungsweise Verdachte laut diskutiert wird, mit dem Ergebnis, dass hier bereits eine menschenwürdige Identität völlig vernichtet wurde.
 
Rein vorsorglich möchte ich bemerken, dass ich in meiner so eben gemachten Aussage keinesfalls Partei für die benannten Promis ergreifen oder gar deren etwaiges Fehlverhalten rechtfertigen möchte. Es geht mir um den reinen Umgang mit Verdächtigungen, Mutmaßungen und vor allem: Datenschutz!
 
Seitdem es den Datenschutz gibt, erfährt man nämlich alles! Diskretion Fehlanzeige! Man riecht heute in Fechenheim einen Furz, der in Höchst noch gar nicht gelassen ist. Wir wollen über die anderen so viel wie möglich wissen, möchten im Gegenzug aber nicht, dass jemand über uns auch nur annähern die Chance hat, etwas zu erfahren.
 
Fazit: Mediale Werbekampagnen, sei es gegen einen Ex-Bundespräsidenten oder gegen WhatsApp, funktionieren fantastisch. Die Menschen springen voll darauf an. Man sollte aber auch mal bedenken, was uns der Fall Wulff gekostet hat – egal, ob er ein guter oder schlechter Bundespräsident war. Lebenslanger Ehrensold (und Wulff ist noch jung!), ein Gerichtsverfahren, das sich gewaschen hat, ein neuer Bundespräsident, und, und, und …
 
Die Konkurrenzunternehmen zu WhatsApp werden sich über diese Kampagne freuen. Vielleicht haben sie diese sogar finanziell unterstützt. Es würde sich lohnen! Mir ist allerdings unklar, inwiefern diese sicherer sein sollen.
 
Ich beziehe seit Jahren über das Internet Haselnussschnaps und warte ständig darauf, dass die Bestellungen von anderen Edelbrandherstellern mitgelesen werden, die mir dann ihre Produkte zur Ansicht vorbei schicken. Leider warte ich vergebens.

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