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Film-Blog: Kino und Fußball

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Kultur- insbesondere aber Filmkulturveranstalter haben es alle zwei Jahre im Juni/Juli sehr schwer: Nicht nur wegen des gemeinhin schönen Wetters (Ausnahmen bestätigen die Regel), denn wer geht schon gerne bei 30 Grad im Schatten ins Kino? Wenn dann auch noch EM/WM ist, sind die Säle schwer zu füllen.

Gestern hatte das Kino des Deutschen Filmmuseums ja noch Glück: Die Regisseurin Maria Schrader begeistert(e) mit ihrem neuen Film VOR DER MORGENRÖTE (AT/DE/FR 2016) so sehr, dass das Kino zur Veranstaltung mit der Regisseurin ausverkauft war – obwohl Halbfinale (naja, Portugal gegen Wales...) war.
Aber was wird heute Abend werden? Wieder lockt das Kino des Deutschen Filmmuseums mit einer Veranstaltung: Der Vortrag des bekannten Filmkritikers Jonathan Rosenbaum verspricht Unterhaltung ebenso wie neue Einsichten in das Werk der Regisseurin Agnès Varda. Insbesondere geht Rosenbaum auf Struktur und Stil von Vardas SANS TOIT NI LOI (Vogelfrei, FR 1985) ein.

 

Rosenbaums Pech: Es ist Halbfinale.

Und zwar Halbfinale Deutschland gegen Frankreich. Sicher ist: Wer heute Abend kommt, ist ein echter Cineast und kein halbgarer Möchtegern-Fußball-Fan, wie so viele der eigentlich Event-Versessenen beim Public Viewing. Pardon.

Zufällig weiß ich allerdings von einem Kollegen, der Mitveranstalter der Lecture ist, und sehr, sehr gerne das Halbfinale sehen würde. Aber das steht er tapfer durch. Wahrscheinlich behilft er sich wieder wie neulich bei einer Podiumsdiskussion mit einer Reihe von Filmschaffenden auf dem Münchner Filmfest: Da versteckte er (als Moderator) einfach sein Handy mit der Fußball-Übertragung hinter seinen Moderationskarten. Denn die Podiumsdiskussion war leider unglücklich gelegt: Sie begann am vergangenen Samstag gegen 23:15 Uhr – zeitgleich also mit dem Elfmeterschießen zwischen Deutschland und Italien.

Was offensichtlich zu einer interessanten Performance auf dem Podium führte, dessen Teilnehmer, während sie sich vordergründig über filmkünstlerische Fragen austauschten, sämtlich insgeheim auf das Handy des Kollegen schielten. Die Anspannung der Podiumsteilnehmer wuchs mit jedem der 18 Elfmeter. „Irgendwann konnte ich nicht mehr an mich halten“, erzählte der Kollege, „ich stellte das Handy laut und hielt es kurz für die Zuschauer ans Mikrofon, damit sie das Geschehen auch mitverfolgen können, aber das kann man während so einer Veranstaltung natürlich nur einmal machen.“ Glück gehabt: Es war der Elfmeter von Jonas Hector.
 
Wenn’s heute nicht klappen sollte gegen Frankreich: Weinen und ins Kino gehen, zum Beispiel in den wunderbaren Animationsfilm MISS HOKUSAI (Japan 2015, R: Keiichi Hara), der läuft im Orfeos Erben am Freitag, 8., und Samstag, 9. Juli, um 20:45 Uhr.

Trailer:


 

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