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Film-Blog: Alles neu macht der ... August!

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Eines der Phantasmagorie-Bilder von Beat Friedrich von Tscharner in der 
Dauerausstellung des Deutschen Filmmuseums. Bilder > Foto: Uwe Dettmar Eines der Phantasmagorie-Bilder von Beat Friedrich von Tscharner in der Dauerausstellung des Deutschen Filmmuseums.

Nach drei Wochen Urlaub ist man erst mal raus aus dem Arbeitsleben. Vom Wecker unsanft geweckt, begibt sich der oder die Erholte auf den Weg ins Büro, nichts gravierend Neues erwartend. Doch was ist das? Schon auf der Untermainbrücke kommt eine erste Irritation auf, gefolgt von Freude: Musste man bisher bis an die gläsernen Eingangstüren des Arbeitsplatzes heranrücken, um sich dank der dortigen Aufschrift ganz sicher sein zu können, dass man das richtige Gebäude gewählt hat, besteht nun schon auf der Brücke kein Zweifel mehr: Das muss das Deutsche Filmmuseum sein – steht es doch nun in leuchtenden Lettern über dem Eingang!
Schlagartig verlässt das Gehirn den Ferienmodus und ruft in Erinnerung, was während des Urlaubs in heimischen Gefilden geschah: Stimmt, da war ja das Fest zum fünften Jahrestag der Wiedereröffnung und schon vor dem Urlaub wurde überall geplant, gewerkelt und gebaut. Zum Fest am 14. August erwartete die Besucher allerhand Neues: Die erwähnte Inschrift an der Fassade, neue Tresen im Foyer und vor dem Kino, neue Bildschirme über der Kasse und im Kinofoyer, sodass nun Eintrittspreise und Kinoprogramm übersichtlicher einsehbar sind. Vor allem aber: neue Exponate in der Dauerausstellung, drei faszinierende Vorhänge aus Filmstreifen vor den Fenstern zur Skyline und eine komplett neu kompilierte Filminstallation im zweiten Teil der Dauerausstellung. Da gibt es für Stammgäste des Hauses allerlei Neues zu entdecken, und auch als Jubiläums-Mitarbeiterin (meine ersten Arbeitstage im Museum waren die Eröffnungstage vor fünf Jahren) macht es Spaß, sich auf der Suche nach Veränderungen forschend durch das Haus zu bewegen.

Auf dem deutschen Erstaufführungsplakat von Breakfast At Tiffany's (US 1961, R: Blake Edwards), neu zu sehen in der Dauerausstellung, blickt uns Audrey Hepburn gewohnt verführerisch entgegen, die Zigarettenspitze in der Hand. Allerdings ist die Hand pink übermalt, die Augenbrauen sind blau und lila nachgezeichnet. Statt des Perlencolliers, das Hepburn im Film um den Hals trägt, ist der nackte Hals mit einer Kette aus Farbpunkten betupft: Dank der individuellen Sicht des Plakatgestalters durchweht ein Hauch von Pop Art den Film-Klassiker!

Im Foyer blickt ein Mischlingswesen aus Baby und Greis aus seiner Vitrine heraus und sogleich beginnt es im Kopf des Betrachters zu hämmern und zu blitzen und das Wesen schleicht schleimig, schnalzend, eklig und faszinierend zugleich, vor dem inneren Auge umher– Der Nachtmahr (DE 2015) ist ein Film, der langfristig Eindruck macht. Von vorne wirkt die Skulptur von Regisseur und Künstler AKIZ erschreckend lebendig, von hinten ist ein Blick ins Innenleben möglich, wo Schläuche und Drähte deutlich machen, dass der Nachtmahr – bis auf Augen und Zunge – nicht digital animiert, sondern von bis zu acht Puppenspielern bewegt wurde.

Vor allem sind es aber die nicht so klar zu erkennenden Neuerungen im Museum, die es schaffen, das Interesse am Gesamtbestand des Hauses neu zu wecken: Ist dieses Exponat neu? Oder habe ich mir diesen Teil der Ausstellung nur zu lange nicht mehr aufmerksam angesehen? Andere Exponate fallen schon seit Jahren immer wieder ins Auge und begeistern nach wie vor – so etwa die morbiden Phantasmagorie-Bilder von Beat Friedrich von Tscharner im ersten Teil der Dauerausstellung. So ein erneuter Blick auf das Arbeitsumfeld ist erfrischend – nicht nur alle fünf Jahre!
 

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