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Kino auf fünf Zoll

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Wer viel mit dem Zug reist, hat die Gelegenheit, Menschen ganz aus der Nähe zu beobachten und sieht, wie sie eine „verlorene“ Zeit, die Zeit zwischen Abfahrt und Ankunft,  zu überbrücken suchen. Der Cineast unter den Pendlern beobachtet mit Interesse, wie viele Menschen diese Zeit nutzen, um Filme zu schauen – Netflix, Amazon Prime Instant und Co machen es ja möglich! Und doch – über einige Filmrezipienten im Zug muss man sich sehr wundern.

Klar, jeder, der Augen hat zu sehen, wird zugeben müssen, dass die allermeisten Spielfilme nur auf einer großen Leinwand ihre volle Wirkung entfalten können. Nur in der schieren Größe der Bilder können sie wirklich überwältigen. Aber genauso klar ist es, dass eine mobile Leinwand  im Zug eher unhandlich wäre. Diese Diskrepanz kann man nicht auflösen.

Dennoch gibt es ja auch noch Abstufungen in der „Kleinheit“ der audiovisuellen Endgeräte. Während man  auf einem Laptop oder Tablet zumindest noch einigermaßen erkennen kann, wer denn eigentlich gerade  spricht (ähnlich wie auf den Monitoren im Flugzeug), sieht man immer mehr Leute, die ganze Filme auf dem Smartphone schauen! Kino auf fünf Zoll! Absurd. Man könnte es ja vielleicht noch verstehen, wenn es um Fernseh-Sitcoms oder originäre Internet-Formate ginge, um Dinge, die ohnehin für den heimischen Konsum produziert sind, da ist die Fallhöhe wenigstens nicht so groß – aber von einer Kinoleinwand auf einen Handy-Bildschirm? Man stelle sich visuelle Blockbuster von Christopher Nolan, Peter Jackson oder Ridley Scott auf fünf Zoll vor! Von den Cinemascope-Meisterwerken der Filmgeschichte wie LAWRENCE OF ARABIA (GB 1962. R: David Lean) oder The Magnificent Seven (US 1960. R: John Sturges) ganz zu schweigen ...

Andererseits: Vielleicht muss man auch nicht immer alles verstehen, was um einen herum so los ist. Sich zu wundern allein reicht schon. Wie schon Albert Einstein sagte: „Wer sich nicht mehr wundern kann, ist seelisch bereits tot.“
 

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