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Film-Blog: Time to say Goodbye

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Im Film wie im Leben scheinen manche Dinge ewig zu dauern, bei anderen kommt das Ende allzu plötzlich – erstaunlicherweise immer in den Fällen, in denen man findet, sie hätten ruhig noch etwas länger dauern dürfen und nie bei denen, denen man ein allzu rasches Ende gewünscht hätte. Und so kommt auch für mich die Zeit für einen bitteren Abschied.

Und während man gefangen ist in einer Abfolge von ergreifenden Abschieden, von „Lass mal wieder von dir hören“ und „Schau mal wieder vorbei“, schweifen die Gedanken ab zu Filmmomenten, die emotional ähnlich aufwühlend sind. Und so ertappt man sich beim Gedanken an die ergreifende Szene aus DEAD POETS SOCIETY (US 1989. R: Peter Weir), in der der Lehrer Keating (gespielt von Robin Williams) von der Schulverwaltung gezwungen wird, seine Klasse zu verlassen und die Schüler aus Protest auf die Tische steigen und „Oh Captain, my Captain!“ deklamieren. Oder an Pippi Langstrumpf, die ihre Freunde Tommy und Annika am Peer stehen lassen muss, um mit ihrem Vater in die Südsee aufzubrechen ... Ja, man fühlt sich ein wenig wie der Hobbit Frodo, der am Ende von THE LORD OF THE RINGS: THE RETURN OF THE KING (US,UK,GB 2003. R: Peter Jackson) seine engsten Freunde zurücklassen muss, um in die Lande „jenseits des Meeres“ zu segeln – nebenbei bemerkt entspricht diese Szene, nach der dritten Schwarzblende, die man für das Filmende halten könnte, zwar der Romanvorlage, ist zugleich aber ein gutes Beispiel dafür, dass offensichtlich auch Filmemacher manchmal große Projekte einfach nicht enden lassen mögen.

Zugegeben, eine Aufzählung der rührendsten Abschiedsszenen wäre eine alter Hut, das hat jede Seite, jeder Blog, jedes Forum, das sich dem Film verschrieben hat, schon gemacht und dem ist wenig hinzuzufügen. Aber apropos Hut nicht fehlen darf natürlich auch das Ende von CASABLANCA (US 1942. R: Michael Curtis): „Here’s looking at you, Kid“: oder der heroische Abgang von Han Solo in THE EMPIRE STRIKES BACK (US 1980. R: Irvin Kershner), wenn der Outlaw vor den Augen seiner Lieben eingefroren wird – und zwar von eben jenem Bösewicht, dessen Helm in der Dauerausstellung des Deutschen Filmmuseums zu bewundern ist ...

Und wo wir gerade von fernen Galaxien sprechen, ein Abschied von liebgewonnenen Kollegen und Kolleginnen lässt einen doch ein wenig fühlen wie Elliot, nachdem der gestrandete Außerirdische E.T. es endlich geschafft hat, nach Hause zu telefonieren und sich einen intergalaktischen Taxiservice zu bestellen...

Auf der anderen Seite möchte ich dann doch lieber optimistisch mit einem Zitat aus einem völlig anderen Streifen enden und sagen: „I’ll be back!“ Denn heutzutage bekommt doch jedes Franchise eine Fortsetzung, warum dann nicht auch etwas mit einer so wohlklingenden Alliteration wie „Flemming Feß im Filmmuseum Frankfurt“?
 
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