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Aber so ein Oscar®, das wär schon schön…

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Wie wird ein Winfried Conradi – Vater, Musiklehrer, Hundehalter – eigentlich zum Toni Erdmann? Haben Sie sich das nicht auch gefragt, als Sie noch Stunden, noch Tage, nachdem Sie Maren Ades weltweit gefeierten, großen 2016er-Wurf gesehen hatten, mit Ihren Gedanken irgendwo zwischen Business-Meetings in Bukarest und tiefsten menschlichen Abgründen hingen?

Lange habe ich keinen Film im Kino angesehen, bei dem ich mich so prächtig amüsiert, und der mich gleichzeitig so nachdenklich gemacht hat. Offensichtlich ging das dem größten Teil des Publikums ebenso, und möglicherweise ist auch das der Grund, weshalb der Film über eine ziemlich abgefahrene Vater-Tochter-Beziehung Anwärter diverser Filmpreise ist und auch schon einige gewonnen hat. Jetzt mal abgesehen von ganz grundlegenden Kriterien, wie Regie und Drehbuch, Schauspiel, Bildsprache, und hastdunichtgesehen… Auch für den Oscar® als Bester Fremdsprachiger Film ist TONI ERDMANN (DE/AT 2016) jetzt nominiert, wie seit Dienstag bekannt ist. Diese Auszeichnung bekam zuletzt vor genau zehn Jahren ein deutsches Werk: Florian Henckel von Donnersmarcks DAS LEBEN DER ANDEREN (DE 2006). Und tatsächlich sind bereits sieben Jahre vergangen, seit überhaupt ein Film aus deutscher (Mit-)Produktion ins Rennen um die Trophäe geschickt wurde, nämlich DAS WEISSE BAND (DE/AT/FR/IT 2009, R: Michael Haneke). Allein das ist ein großer Verdienst und unterstreicht, was Kritiker/innen und Publikum ohnehin schon befunden hatten: TONI ERDMANN hat deutsche Kinogeschichte geschrieben.

Deshalb war auch keiner fundamental traurig, als der Film in Cannes leer ausging, keine CCMA-Auszeichnung absahnte und auch den Golden Globe nicht mit nach Hause nahm. Dass ein deutscher Film, der in seiner ganzen Erzählstruktur so was von überhaupt nicht Hollywood ist, weltweit so Furore macht, ist doch erfreulicher, als jeder noch so große Filmpreis.  

Bild-Zoom
Aber… wenn wir Maren Ade dabei beobachten dürfen, wie sie in der Nacht vom 26. auf den 27. Februar den Oscar® für den Besten Fremdsprachigen Film entgegennimmt… dann lassen wir nach einer zu diesem Zeitpunkt schon sehr, sehr Langen Oscar®-Nacht im Deutschen Filmmuseum noch mal richtig die Korken knallen. Ach, allein dafür würde es sich lohnen!
 
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