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Film-Blog: Ich sehe (nur noch) ROT

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Ryan Gosling fährt als Sebastian in LA LA LAND (US 2016, Damien Chazelle) im roten Cabrio vor, Emma Stone alias Mia sitzt im roten Top in einer Bar, während ihr Liebhaber auf das Piano einhämmert. Auch Tanner Howard, gespielt von Ben Foster,) setzt in HELL OR HIGH WATER (US 2016, R: David Mackenzie) auf rote Kleidung, als er sich, verschanzt auf einem Hügel, gegen die anrückenden Ranger verteidigt. Das sind nur ein paar Beispiele, und ich kann nicht anders – wo ich auch hinsehe, ich sehe rot.

Gehen wir ein knappes Jahr zurück: „Fallen euch besondere Filmausschnitte mit der Farbe Rot ein?“, war die Frage, die damals in den Fluren und Büros des Deutschen Filmmuseums die Runde machte. Rot, im Film? Die eine oder andere Szene kommt einem da schon direkt in den Sinn. Bei mir waren es die vollständig in rotes Licht getauchten Flure aus ONLY GOD FORGIVES (FR/DK 2014, R: Nicolas Winding Refn) oder zahlreiche namensgebende Momente aus TROIS COULEURS: ROUGE (FR 1994, R: Krzysztof Kieslowski). Für das kommende Ausstellungsprojekt ROT beschäftigten sich viele Mitarbeiter/innen  in der Folge ausgiebig mit dem Einsatz der Farbe Rot im Film. Womit die wenigsten Kolleginnen und Kollegen gerechnet haben: Fängt man einmal an, gezielt auf die Farbe Rot in Filmen zu achten, ist es quasi unmöglich, damit wieder aufzuhören. Selbst im Alltag, fangen plötzlich Feuerlöscher oder rot gestrichene Briefkästen meinen Blick ein.

Freitag, 3. März: Ich sitze in einem schummrigen Stuttgarter Kino zur Prime-Time. Es läuft LOGAN (US 2016, R: James Mangold). Äußerst brutal, denke ich mir, schon bei der ersten Szene, in der das Kunstblut nur so spritzt. Das war zu erwarten, jedoch bemerkt mein mittlerweile vorgeprägtes Auge die rote Farbe im kompletten Verlauf des Films – und die martialischen Szenen mit Kindern.

Sonntag, 5. März, in Bornheim: In einem vollständig ausverkauften Saal wird MOONLIGHT (US 2016, R: Barry Jenkins) gezeigt. Und obwohl dieser Film von recht dunklen Szenen und eher bläulichem Licht lebt – mir fallen die wenigen, aber dafür umso bewusster eingesetzten „roten Momente“ auf. Wenn zum Beispiel die grandiose Naomi Harris als Mutter des Protagonisten im Drogenwahn auf ihren Sohn einschreit, trägt sie rot. Oder wenn dieser sich in einem Diner mit seinem Freund aus Jugendzeiten trifft – die Vorhänge, die Bank, die Ketchup-Flaschen auf dem Tisch oder ein „Geschlossen“-Schild sind rot.

Täglich, wenn nicht sogar stündlich, wurde den Kuratorinnen der Ausstellung ROT. Eine Filminstallation im Raum im vergangenen Jahr der „heißeste Tipp“ für eine besonders markante Szene für den Einsatz der Farbe mitgeteilt. Wenn bereits mir Rot so sehr ins Auge sticht, wie mag es bei ihnen sein, die sich während der Recherche mehr als 450 Filme angesehen haben!?

Vielleicht geht es auch dem Leser nach diesem Blog schon ganz ähnlich. Vielleicht sehen auch Sie ab jetzt überall rot. Wenn das so ist, aber vor allem, wenn nicht, besuchen Sie die neue Sonderausstellung ROT. Eine Filminstallation im Raum, die bis Sonntag, 13. August, im Deutschen Filmmuseum zu sehen ist. Spätestens danach werden Sie eine veränderte Wahrnehmung beim Filmeschauen bemerken. Sie werden ROT sehen!
 

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