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Film-Blog: Traum ist Film ist Traum

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Regisseur AKIZ bringt seinen Nachtmahr ins Deutsche Filmmuseum. Foto: Deutsches Filmmuseum Regisseur AKIZ bringt seinen Nachtmahr ins Deutsche Filmmuseum. Foto: Deutsches Filmmuseum
Im Traum ist alles möglich. Was sich im Traum ereignet, übersteigt noch das Höchstmaß an phantastischen Vorstellungen, die man im realen Leben aufbringen kann, um Längen. Diesem Umstand verdanken wir großartige filmische Werke.
 
Völlig ungläubig und verwirrt aus einem Traum erwachend, kann man sich gut vorstellen, wie Luis Buñuel vor knapp 90 Jahren beschloss, seine erträumten Geschichten im Film zu erzählen. Weil unser Traumbewusstsein mit dem Wachbewusstsein identisch ist, erscheinen selbst surreale Traumbilder so klar und einprägsam, dass es ein Leichtes wäre, sie filmisch zu inszenieren:
 
Da hängen Leichen an der Decke, anstatt tot und bewegungslos am Boden zu liegen (L’ÂGE D’OR, FR 1930), und das Diner einer Abendgesellschaft wird auf geöffneten Toiletten eingenommen (LE FANTÔME DE LA LIBERTÉ, FR 1974, R: Luis Buñuel). In einer Fabrik werden Köpfe zu Radiergummispitzen von Bleistiften verarbeitet (ERASERHEAD, US 1977, R: David Lynch), plötzlich in Strömen regnende Frösche verursachen Verkehrsunfälle (MAGNOLIA, US 1999, R: Paul Thomas Anderson). Die Motoren verschiedener Limousinen tauschen sich nach getaner Arbeit über ihren langen, ereignisreichen Tag aus (HOLY MOTORS, FR 2012, R: Leos Carax), und ein alter Schulfreund schreit, unter einem Atompilz stehend: „OPIUM FÜRS VOLK!“ (ein eigener Traum)…  
 
Aber sind Ihnen im Traum schon einmal Wesen begegnet, die es im wahren Leben gar nicht gibt? So ein Nachtmahr, wie Johann Heinrich Füssli ihn im 18. Jahrhundert in Öl auf die Leinwand brachte? Er schuf damit eine Ikone der „Schwarzen Romantik“, die bis heute in sämtlichen Kunstformen aufgegriffen und deren Geschichte zurzeit im Frankfurter Goethe-Haus beleuchtet wird. Der „neueste Nachtmahr“ ist im Foyer des Deutschen Filmmuseums ausgestellt und stammt von Regisseur AKIZ. Ein schauderhaftes Wesen, dem man nirgends begegnen möchte – schon gar nicht im Traum!

Ich weiß nicht, wo und wie Füssli seinerzeit die Vision des Nachtmahrs erschien, aber Träume entstehen aus dem, was wir in der Realität erleben. Die Protagonisten unserer Träume kennen wir aus dem wahren Leben, während ihr Handeln hier häufig keiner kausal bestimmten Logik folgt. Im Falle des Nachtmahrs ist deshalb eher die umgekehrte Reihenfolge denkbar: Auf der Leinwand Erlebtes hält Einzug in unsere Traumwelten. Ob AKIZ‘ Albtraumwesen hierzu in der Lage ist, lässt sich mit einem Besuch im Late Night Kultkino auf die Probe stellen:
 
Kinotipp
DER NACHTMAHR (DE 2015, R: AKIZ)
Samstag, 22. April, um 22:30 Uhr und
Samstag, 29. April, um 22:45 Uhr im Kino des Deutschen Filmmuseums 

 
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