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Filmblog: Sommer und raus!

Sommer, Sonne, Sonnenschein - und dann auf der Couch oder im Kino einen Film gucken? Das passt eigentlich gar nicht zusammen. Jonas Ebling befasst sich in seinem Beitrag mit Filmen, die Fernweh entfachen und zum Rausgehen und Erleben inspirieren.
Symbolbild Foto: Christoph Schmidt (dpa) Symbolbild
Die aktuellen Temperaturen hierzulande lassen einen vollends vergessen, dass es erst Anfang Juni und damit bis Sommeranfang eigentlich noch ein paar Wochen hin ist. Die Klimaanlagen rattern auf Hochtouren, die ersten Kollegen leiden bereits unter der typischen Sommererkältung und die Freibäder haben auch geöffnet. Keine Zeit also für Filme – die Abende sind lang und warm und ein Kinosaal oder das heimische Sofa nicht gerade die ersten Orte, an denen man schwitzen möchte. Zum Glück folgt momentan ein Feiertag auf den anderen, so dass man oft genug eine Auszeit nehmen kann. Es muss ja nicht immer gleich die ganz große Ferne sein. Aber wohin?

Es gibt zahlreiche Filme, die in einem selbst das Fernweh wecken, uns nach draußen drängen, egal wohin – Hauptsache raus! Früher waren es vor allem Filme wie STAND BY ME (US 1986, R: Rob Reiner) die meine Abenteuerlust weckten. Sich einmal, wie in der Geschichte von Stephen King, mit Freunden auf eine Tour begeben – allein, ohne Erwachsene. Kriminalgeschichte inklusive. Das klang mehr als nur verlockend.

Viele Regisseure beschäftigten sich bereits mit dem Unterwegssein. Mit dem Road Movie hat sich ein eigenes Genre dafür gebildet. In Wes Andersons THE DARJEELING LIMITED (US 2007) begeben sich drei Brüder auf eine ähnliche Reise wie die beiden Jungs aus Fatih Akins TSCHICK (DE 2016) nach Wolfgang Herrndorfs Romanvorlage. Und damals wie heute weckt das Thema die gleichen Sehnsüchte. Natürlich würde man selbst nicht einfach so ohne weiteres in ein ebensolches, handfestes Abenteuer stolpern. Trotzdem hat die Vorstellung vom Draußen- und Unterwegssein dieselbe Anziehung, wie sie Jack Kerouac in „On the Road“ mit den Worten „There was nowhere to go but everywhere, so just keep on rolling under the stars”, beschreibt. Davon gibt es übrigens auch einen Film.

Ähnliche Bedürfnisse weckt auch INTO THE WILD (US 2007, R: Sean Penn) – im Vergleich die gelungenere Romanverfilmung. Die wahre Geschichte um Christopher McCandless alias Alexander Supertramp, den es auf seinen Reisen in den Norden des amerikanischen Kontinents verschlägt, um dort die raue Wildnis zu erfahren, zieht schnell in ihren Bann. Abenteuer und Selbstfindung kombinieren sich vor den Panoramen des Films. Dass diese Themen zueinander passen, zeigt einmal mehr auch WILD (US 2015, R: Jean-Marc Vallée). Die Erlebnisse der jungen US-Amerikanerin Cheryl Strayed, die sich nach mehreren Schicksalsschlägen und einem exzessiven Lebensstil unvermittelt auf eine Weitwanderung begibt, inspiriert auf ähnliche Weise wie McCandless‘ Schicksal. Da wundert es kaum, dass heute ein regelrechter Alaska-Tourismus auf den Spuren von Alexander Supertramp stattfindet und sich auch der Pacific Crest Trail, auf dem Strayed wanderte, zunehmender Beliebtheit erfreut. Der Drang nach einem Abenteuer steckt in den meisten.
Aber nicht nur mit Spielfilmen stillen und gleichermaßen befeuern wir unser Bedürfnis nach Ferne. In zahlreichen Filmreihen und Dokumentationen, die weltweit auf Tour sind und Säle füllen, berichten Reisende dem Publikum von ihren Erlebnissen. Und wir hören und sehen zu. Kribbelt es da nicht sofort? Man muss ja nicht gleich, wie in LITTLE MISS SUNSHINE (US 2006, R: Jonathan Dayton, Valerie Faris), mit dem toten Opa im Kofferraum durch die Lande heizen.

Also: Spessart, Alaska oder doch Griechenland – wohin geht es als nächstes? Von letzterem können sich Interessierte in der aktuellen Filmreihe „Neue griechische Filme“ von Samstag, 3., bis Donnerstag, 29. Juni, im Kino des Deutschen Filmmuseums ein Bild machen – falls es mal nicht ganz so warm ist.
 
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