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Film-Blog: Kurz

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Seit Filme digital entstehen und in der Regel nicht mehr auf teurem 35mm-Filmmaterial gedreht werden, ist eine Entwicklung zum lang und länger werdenden Format zu beobachten. Zum sogenannten Endlos-Film. Den Vogel schoss kürzlich der Philippine Lav Diaz ab mit Hele Sa Hiwagang Hapis (A Lullaby to the Sorrowful Mystery, PH/SG 2016) mit 482 Minuten (mehr als acht Stunden!) Länge ab.
So weit gehen dann doch die wenigsten, aber das Zweistundenundmehrformat hat längst die guten alten 90 Minuten abgelöst, allen voran Quentin Tarantino mit seinen jüngeren Werken INGLOURIOUS BASTERDS (US / DE 2009; 154 Minuten),  DJANGO UNCHAINED (US 2012; 165 Minuten) und THE HATEFUL EIGHT (US 2015; 187 Minuten). Das Gute an solchen Trends ist, dass sie zwangsläufig irgendwann zu einer Gegenbewegung führen.

Bild-Zoom

Es könnte sein, dass wir gerade Zeuge der ersten zarten Sprösslinge dieser Rebellion werden, die dann von der britischen Regisseurin Sally Potter angeführt wird. Diese hat nämlich mit THE PARTY (GB 2017) gerade einen Film in die Kinos gebracht, der tatsächlich nur 71 Minuten dauert. Dabei hatte er, wie zu lesen ist zunächst 90 Minuten, die Sally Potter dann aber mit eiserner Disziplin noch einmal zusammenstrich auf einen Film, der nun als Kammerspiel in Echtzeit sein Figurenensemble aus mittelalten Mittelschichts-Linksliberalen sich selbst auseinandernehmen lässt. Nicht episch, aber hochexplosiv (im Cinema, in der Harmonie und in Orfeo’s Erben).

Animationsfilme neigten schon immer zu einer gewissen Kürze, wurden sie in analogen Zeiten doch noch per Hand Bild für Bild geknetet, gezeichnet, gestaltet. Auch das hat sich bei manchen Werken durch die Möglichkeiten der digitalen Welt verändert. Doch Claude Barras und sein Team dagegen ließen es sich nicht nehmen, den Film MEIN LEBEN ALS ZUCCHINI (CH/FR 2016), als Stop-Motion-Picture Bild für Bild von Hand zu kneten, mit einer Liebe zum Detail, die den Film zum Leuchten bringt. Seine Geschichte um einen neunjährigen Waisenjungen, der ins Heim kommt, entfaltet Barras in nur 66 zu Herzen gehenden Minuten. Das Kino des Deutschen Filmmuseums zeigt den im vergangenen Jahr herausgekommenen Film, der für den Oscar® nominiert war, noch einmal am Sonntag, 30. Juli, um 15 Uhr, am Freitag, 4. August, um 14:30, am Sonntag, 6. August, um 15 Uhr. Da ist nachher sogar noch Zeit zum Kaffeetrinken, Aufräumen und Kochen – vielleicht mit Zucchini? Guten Appetit!
 

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