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Film-Blog: "Lucas" zeigt gutes Kino

AMELIE RENNT (DE/IT 2017) derzeit ja sehr erfolgreich im Kino-Gebirge herum. Leider hatte ich noch keine Gelegenheit, mir Tobias Wiemanns Film anzuschauen. Doch der Trailer verspricht eine heitere Konflikt(auflösungs)geschichte zwischen den Polen jung und alt, Tochter und Eltern, krank und gesund, Berge und woanders, Stadt und Land, Rebellion und, ... ich nenne es mal, Flow. Glücklicherweise läuft der Film noch mindestens eine Woche. Denn die Dialoge im kurzen Vorfilm machen große Lust auf das Gesamtwerk. Allerdings wird es in der kommenden Woche ziemlich schwierig mit dem tagsüber Filme gucken. Denn die Konkurrenz, gerade bei Kinder- und Jugendfilmen, ist groß. Startet am Sonntag um 16 Uhr doch LUCAS, das Internationale Festival für junge Filmfans im Kino des Deutschen Filmmuseums und an weiteren Spielorten in Frankfurt, Wiesbaden und Offenbach.

Außerdem stellt sich da die Frage: Was genau ist eigentlich ein Kinder-, was ist ein Jugendfilm? Bei einem Kinderfilm für die unter Zwölfjährigen mag das mit Blick aufs Kindgerechte noch definierbar sein. Das soll keineswegs heißen, dass einem märchenhafte Werke wie ICE AGE (US 2002, R: Chris Wedge, Carlos Saldanha), THE JUNGLE BOOK (US 1967, R: Wolfgang Reitherman) oder INSIDE OUT (US 2015, Pete Docter, Ronaldo del Carmen) nicht großes Vergnügen bereiten können.
Aber bei einem Jugendfilm? Was sind die Themen der meisten Jugendfilme? Abenteuer, Herausforderungen, Mutproben, erste Liebe, Rebellion gegen das Elternhaus, Neid, Hass, Liebe, Gut gegen Böse – what’s the difference zum „Erwachsenen-Film“?, möchte man fragen (mal abgesehen von der Rebellion gegen das Elternhaus... – wobei AUGUST, OSAGE COUNTY (US 2013, R: John Wells) Geht es da nicht genau darum?, na gut, anderes Thema).
So gehört TSCHICK (DE 2016, R: Fatih Akin) definitiv zu den besseren Kinoproduktionen, die ich 2016 gesehen habe. Warum auch nicht? Der Film drückt den unbedingten Wunsch nach Freiheit aus, nach Abenteuer, er vermittelte ein traumhaftes Naturerleben (auch wenn das bei den jungen Protagonisten nicht im Vordergrund der Wunschliste gestanden haben mag), ließ die jungen Hauptfiguren erste Härtetests bestehen und zeigte uns, was echte Freundschaft ist. Was will die Kinogeherin mehr?

So ähnlich ist das natürlich auch mit der herausragenden Auswahl der LUCAS-Wettbewerbs-Filme, die die Zuschauer in ganz verschiedene Länder auf der ganzen Welt führen. Etwa in einen einsamen Weiler irgendwo in der Schweiz, wo wir Laura, DAS MÄDCHEN VOM ÄNZILOCH (CH 2017, R: Alice Schmidt) an der Seite eines vermeintlich neuen Freundes einen Sommer lang begleiten, der am Ende darin mündet, dass sie – dann doch – allein ein großes Abenteuer bestehen muss. Oder in die philippinische Hauptstadt Manila, wo die kleine Lulu, nachdem sie in ihrem Heimatort einen Wettbewerb gewonnen hat, auf eine Gesangskarriere hofft, aber in der Kinderprostitution landet. An einem französischen Ferienstrand nimmt die erblindende AVA (FR 2017, R: Léa Mysius) schmerzlich Abschied von ihrem Augenlicht und findet dabei einen ersten Schritt in eine selbstbehauptete Zukunft.
Es gibt auch echte Abenteuer zu bestehen, etwa in SWALLOWS AND AMAZONS (GB 2016, Philippa Lowthorpe), wo sich eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen auf einer einsamen Insel im englischen Lake District mit einer Reihe äußerst dubioser Gestalten herumschlagen muss oder in Joya Thomes KÖNIGIN VON NIENDORF (DE 2017), in dem die von ihren Freundinnen verlassene Lea sich in die örtliche Jungenbande kämpft, mit großer Lässigkeit die von den Jungs gestellten Mutproben meistert – und dabei auch noch moralische Größe zeigt.
Gutes Kino ist für alle ein großes Ereignis, das zeigt LUCAS auch in seiner 40. Ausgabe dieses Jahr und für welche Altersgruppe ein Film zugelassen, empfohlen oder gedreht worden ist, das bedeutet eigentlich gar nichts.
 
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