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Film-Blog: Klassiker neu aufgeführt

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„Filme an dem Ort sehen, für den sie gemacht sind – im Kino!“ Viele Kinos werben mit derlei Wendungen für ihre Vorstellungen. Doch da gibt es ein kleines Problem – Filme laufen nur eine begrenzte Zeit lang im Kino, die Möglichkeiten, sie auf der großen Leinwand zu erleben sind limitiert.

Man kann sich damit abfinden – sich mit den immer neuen Remakes von Kinoklassikern abspeisen lassen, die einem quasi die gleiche Story immer wieder in neuem Gewand präsentieren. Oder aber, man freut sich über einen Trend der in den vergangenen Jahren Einzug in die Spielpläne der Kinos erhalten hat: Denn Wiederaufführungen stehen aktuell hoch im Kurs. Einige namhafte Klassiker fanden in diesem Jahr zurück in den bundesweiten Verleih und somit auch in so manches Kino.
So war in diesem Sommer einmal mehr Dustin Hoffmann in der Rolle des Benjamin Braddock sehen,  der sich ein ums andere Mal mit der verführerischen Mrs. Robinson zum beschwingten Soundtrack von Simon & Garfunkel einlässt. Natürlich restauriert und in 4K – aber eben doch der originale Film von 1968.

Quasi parallel zeigten einige Kinos Louis Buñuels BELLE DE JOUR (FR 1967), zeitgleich mit einer Abstufung der Altersfreigabe in Deutschland von 18 auf 16 Jahre. Die Geschichte um die bürgerliche Séverine, die ihre erotischen Fantasien nicht mit ihrem Mann, sondern nur in einem Bordell auszuleben weiß, war damals ein Skandal.
Brachen beide Filme, als sie herauskamen noch reihenweise Tabus, so empfindet man sie heute kaum als gewagt. Zeiten ändern sich eben, auch im Kino und das ist gut so. Gerade hierzu haben die genannten Klassiker mit beigetragen.

Nach mehr als 35 Jahren konnten man sich dieses Jahr mal wieder gemeinsam mit den Freundinnen Vic und Pénélopé über die Einladung zu Raouls Party freuen. Viele Vorführhäuser brachten mit LA BOUM (FR 1980, R: Claude Pinoteau) die unbeschwerte Fröhlichkeit des französischen Klassikers zurück in den Kinosaal.
Ob das Phänomen, Jahrzehnte alte Filme zurück auf die große Leinwand zu bringen, nur die Funktion hat, Lücken im Sommerspielplan der Lichtspielhäuser zu füllen? Eigentlich egal: Hauptsache, die geschätzten historischen Filmwerke sind wieder im Kino zu sehen. Und dass mit BLOOD SIMPLE (US 1984) dieser Tage das Spielfilmdebüt der Coen-Brüder in den hiesigen Kinos wiederaufgeführt wird, zeigt, dass das Filmgeschichtsbewusstsein der Kinobetreiber offenbar nicht bloß mit dem Sommer zu tun hat.

 

Das Kino des Deutschen Filmmuseums zeigt jeden Monat aufs Neue viele Klassiker und historische Filme. Im Oktober etwa eine ganze Reihe zu „Marlene Dietrich in Josef von Sternbergs Hollywood-Traumfabrik“. Schauen Sie doch mal vorbei!
 

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