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Film-Blog: Erstens kommt es anders...

Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Wie oft hat mich meine Mutter mit dieser „Weisheit“ zur Weißglut gebracht! Vermutlich, weil sie stimmt. Trotzdem ist man doch immer wieder fassungslos und erschüttert, wenn Pläne nicht so aufgehen, wie man sie schmiedet, und Situationen nicht so eintreffen, wie man sie erhofft, erwartet oder bombensicher errechnet hat.

Entsprechend groß war die allgemeine Empörung, als kürzlich die Nominierungen für die 90. Academy Awards®  verkündet wurden:. Da waren sich alle – die Medien, das Kinopublikum, die Kollegen im Pressebüro des Filmmuseums – so sicher gewesen, dass mit Fatih Akins AUS DEM NICHTS (DE/FR 2017) endlich mal wieder ein aussichtsreicher Kandidat für Deutschland ins Rennen um den Oscar®  für den besten fremdsprachigen Film geschickt würde. Auf die „Shortlist“, eine Auswahl von neun Filmen aus aller Welt, hatte es Akins eindringliches Drama über den rechten Terror, den Schmerz und die Verzweiflung der Opfer, bereits geschafft. Mehrere wichtige Preise, darunter die Auszeichnung von Diane Kruger als beste Schauspielerin in Cannes (völlig zu Recht!), der Critics' Choice Movie Award und zuletzt der Golden Globe, schienen den direkten Weg in Richtung Oscar® zu weisen.

Gemessen am Grad der Enttäuschung der Kollegen beim gemeinsamen Verfolgen des Nominierungs-Livestreams – wie muss es da erst Fatih und seinem Team gegangen sein? Natürlich sind die Oscars®  nicht das Maß aller Dinge. Aber es ist doch der Filmpreis mit der unbestritten größten Strahlkraft, und die Aufmerksamheit hätte man dem Regisseur, den Schauspielern und dem Thema des Films sehr gegönnt.

Vielleicht ist ein frühes Ende mit Schrecken immer noch besser, als sich erst ausgezeichnet zu wähnen und dann den Goldjungen direkt wieder zu „verlieren“ – so wie es den Machern von LA LA LAND (USA 2016, R: Damien Chazelle) ergangen ist, als bei der Verkündung des Best Picture durch eine Panne im Ablauf ein falscher Umschlag in die Hände von Warren Beatty und Faye Dunaway gelangte.

Übrigens nichts gegen die fünf Filme, die es in den Endspurt geschafft haben. Lauter Beispiele für die wunderbare weltweite Kinovielfalt; ob die Kunstsatire THE SQUARE (SE/DE/FR/DK 2017, R: Ruben Östlund), der poetische TESTROL ÉS LÉLEKROL (HU 2017, Ildikó Enyedi) oder das libanesische Drama THE INSULT (LBN/FR 2017, R: Ziad Doueiri), alles besondere Kinoerlebnisse.

Wer am Ende das Rennen macht? Die Academy ist immer wieder für Überraschungen gut, ich enthalte mich von nun an jeglicher Spekulation. Sicher ist nur, wo man am 4. März in Frankfurt am besten mitfiebern und die Verleihung zelebrieren kann: Bei der Langen Oscar® -Nacht im Deutschen Filmmuseum.

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