E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 26°C

Film-Blog: Hoch lebe das Musikvideo!

Von Als das Musikfernsehen noch nicht tot war, Make-Up Tutorials noch nicht erfunden und richtige Hobbies sowieso noch als überbewertet galten, ist so mancher meiner Nachmittage im „Fernsehzimmer“ ins Land gegangen.
Das bewegte Leben einer Milchtüte wurde noch nie so rührend auf die Leinwand gebracht wie in Blurs „Coffee and TV“ - und wird es vermutlich auch nie wieder… Ein Meilenstein des Musikvideos. Das bewegte Leben einer Milchtüte wurde noch nie so rührend auf die Leinwand gebracht wie in Blurs „Coffee and TV“ - und wird es vermutlich auch nie wieder… Ein Meilenstein des Musikvideos.

Hin- und herzappend zwischen VIVA, MTV und – hach! – VIVA Zwei, konnten Familie und Freunde gemütlich beiwohnen (ja, ich hab mich gelegentlich auch zum VIVA Zwei gucken verabredet), womöglich Kekse vorbeibringen oder aber feindselig die Fernbedienung unter ihre Kontrolle bringen. Die Welt der Musikvideos war ein popkultureller Kosmos, in dem man seine Stars bewundern, modische Inspiration finden, vor allem aber immer wieder in den synästhetischen Genuss zweier Kunstformen kommen konnte, die sich wunderbar unterhaltsam ergänzen.

Zum Glück hat sich das Musikvideo längst neue Kanäle erobert und auf Youtube-Screens sein Revival erlebt. Das Musikfernsehen ist tot – hoch lebe das Musikvideo! Diesem Motto verschreibt sich zum Beispiel der Online-Radiosender detektor.fm mit einer eigenen Serie: dem Musikvideo der Woche, immer mittwochs.

Die Videos funktionieren in der Regel nicht ohne den Track, sind ihm auf den Leib geschneidert. Toll inszenierte Tanzchoreographien machen enorm etwas her, sind aber ohne Musik eher sinnlos. Credit für die Sia-Videos mit der berühmt gewordenen Maddie Ziegler und die immer originellen Beyoncé-Moves, besonders im schwarz-weißen Knallervideo zu „Single Ladies“, aber auch für Musical-Videos wie Björks „It's oh so quiet“, das unter der Regie von Spike Jonze entstand. Unsterblich auch Christopher Walken, der sich in Fatboy Slims „Weapon of Choice“ (auch hier führte Jonze Regie) tanzend und fliegend durch eine Hotellobby bewegt.

Grandios,, wenn sich eine witzige Geschichte hinzugesellt. Zwei Kanalarbeiter aus einer Schwarz-Weiß-Welt, die in „Since I Left You“ von den Avalanches durch einen Gullideckel in eine moderne Tanzprüfung platzen, sich der Performance anschließen und die Welt plötzlich in Farbe sehen, das ist für sich schon großes Kino!

Und wer „Everlong“ von den Foo Fighters hört, kann auch nicht anders als an den aberwitzigen Märchenalptraum und die überdimensionierten Gummihände von Dave Grohl zu denken. Was wäre dieser Song ohne den Clip? Regisseur war kein geringerer als der großartige Michel Gondry, Oscar®-Preisträger und Spezialist für überbordende Traumszenarien.

Beim Film-Soundtrack wird die Allianz zwischen Film und Musik dann nochmal doppelt gemoppelt. Jamiroquai nimmt's in „Deeper Underground“ wörtlich und tanzt megalässig über die Sitzreihen vor einer Kinoleinwand, während die Riesenechse Godzilla, samt einer Welle der Zerstörung daraus hervorbrechen. Dass das ohne Musik zwar weird, aber trotzdem erstaunlich unterhaltsam ist, zeigt dieses Video ohne Musikspur:

 

Zur Startseite Mehr aus Filmblog

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen