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Japanisches Filmfestival in Frankfurt: "Nippon Connection" im Frankfurter Mousonturm

Das japanische Filmfestival „Nippon Connection“ beglückt diese Woche in Frankfurt Liebhaber schräger Komödien, gruseliger Thriller und kunstvoller Animationsfilme.
In dem Animationsfilm „The Case of Hana and Alice“ von Shunji Iwai wollen zwei Schülerinnen einen Mordfall aufklären. Foto: Abbildung: Festival In dem Animationsfilm „The Case of Hana and Alice“ von Shunji Iwai wollen zwei Schülerinnen einen Mordfall aufklären.
Frankfurt. 

„Nippon Connection“, das weltweit größte japanische Filmfestival außerhalb Japans, fährt in seiner 16. Auflage wieder ein großes Film- und Rahmenprogramm auf: Rund 100 Lang- und Kurzfilme flimmern von morgen an bis Sonntag über die Leinwände, darunter Dokumentationen zum Thema Fukushima, preisgekrönte Animationsstreifen und Spielfilme aller erdenklicher Genres. Die allermeisten waren in Deutschland noch nicht zu sehen, zwei Filme sind sogar Weltpremieren. Gezeigt werden sie im Künstlerhaus Mousonturm, im Naxos-Kino, in der Käs, im Malseh’n-Kino und im Deutschen Filmmuseum. Vergeben wird wider der Publikumspreis Nippon Cinema Award, dotiert mit 2000 Euro und gestiftet vom Bankhaus Metzler.

In Japan stammen knapp die Hälfte aller Filme, die im Kino laufen, aus heimischer Produktion. Umso mehr freuen sich die Macher, dass ihre Werke auch im Ausland Anklang finden. Seit „Nippon Connection“ als studentische Initiative an der Goethe-Uni entstand, zog das Festival jedes Jahr mehr Zuschauer an. Die Zahl hat sich mittlerweile auf 16 000 Besucher eingependelt. Festivalleiterin Marion Klomfaß ist zuversichtlich, dass ein Teil des Budgets von 220 000 Euro wieder zurückfließt. Das Festival wird allein mit Sponsoren- und Fördergeldern finanziert und von 70 Helfern ehrenamtlich gestemmt. „Ich kann gar nicht glauben, dass wir das schon zum 16. Mal machen“, sagt Klomfaß.

Zudem reisen 60 Filmemacher aus Japan an, denn „Nippon Connection“ hat sich längst etabliert als Ort, wo Filmleute und Publikum sich direkt begegnen, ob im Filmgespräch oder bei einem Sake an der Bar. Den Anfang macht der vielgelobte Regisseur Kiyoshi Kurosawa, der mit seinem emotionalen Drama „Journey To The Shore“ in Cannes 2015 den Preis als bester Regisseur erhielt und der das Festival morgen Abend eröffnet.

Nippon Connection
Frankfurt, Mousonturm
24. - 29. Mai  2016
Festivalseite

Zu Gast ist auch der Schauspieler Kiyohiko Shibukawa, derzeit Shootingstar in Japan, zu sehen im Drama „Lowlife Love“ und in der Familienkomödie „Love & Peace“, in der ein Verlierertyp mit Hilfe einer Schildkröte zum schillernden J-Popstar aufsteigt. Der wohl bekannteste japanische Regisseur, Takeshi Kitano, kommt zwar nicht persönlich nach Frankfurt, zu sehen ist aber seine Actionkomödie „Ryozo And The Seven Hunchmen“ (2015) am Donnerstag, 22.30 Uhr, und Sonntag, 12 Uhr. Sie handelt von einem alten Mitglied der Yakuza, der japanischen Mafia, dem im Ruhestand langweilig ist und der die Gelegenheit wahrnimmt, einer jungen Gangster-Gang die Leviten zu lesen.

Innovative Animationskunst

Eine eigene Sparte mit sechs Langfilmen füllt auch der Animationsfilm, der in Japan wie auch weltweit hohes Ansehen genießt. Gezeigt wird zum Beispiel Keiichi Haras „Miss Hokusai“. Das hochkarätige Werk erzählt stimmungsvoll von der Tochter des Malers Hokusai (1760–1849), dessen Farbholzschnitt von einer Tsunami-Welle weltbekannt ist. Ungewöhnlich ist die Methode des Autorenfilmers Shunji IWAI, der mittels Rotoskopieverfahren den Jugendfilm „The Case Of Hannah And Alice“ mit echten Schauspielern erstellt hat – das Material wurde nachträglich bearbeitet. Einen Einblick in die neuesten Tricktechniken bieten die Kurzfilme des Instituts für Animationsfilm der Tokioter Kunsthochschule.

Zum ersten Mal können Serienfans eine ganze Serie mit zehn Episoden sehen: „Hibana“ handelt von zwei Bühnenkomikern, die sich gegenseitig das Publikum abgraben. Das Screening füllt den ganzen Sonntag, die Hauptdarsteller und der Regisseur von Netflix werden leibhaftig dabei sein.

Während der Großteil der Filme nicht älter als zwei Jahre ist, widmet sich die Reihe „Nippon Retro“ im Filmmuseum alten Gruselfilmen aus den 50er und 60er Jahren. Wer dann genug Filme gesehen hat, kann selbst kreativ werden: Wer beim Anime-Sychronisationsworkshop mitmacht, kann einer Filmfigur seine Stimme leihen. Mangafans können lernen, im Stil japanischer Comics zu zeichnen. In der Käs ist die komische japanische Kunst des Geschichtenerzählens, Raguko, zu erleben. Es gibt Karaoke und Konzerte, und kulinarisch werden die Gäste unter anderem mit köstlicher Ramen-Suppe vom Frankfurter Restaurant Muku versorgt.

 

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