Die Titelseite der Höchster Kreisblatt vom 26.05.2012 als PDF zum Downloaden.
Das medizinische Weltbild wandelt sich
Glaubt man den gängigen Umfragen, so sind natürliche Heilverfahren extrem auf dem Vormarsch. Leider werden deren Therapieformen von der aktuellen schulmedizinischen Lehre aber bisher kaum berücksichtigt und vor allem nicht gewürdigt.
![]()
Schauen wir uns die Entwicklung des medizinischen Weltbildes der letzten zweitausend Jahre an. Hippokrates von Kos (460 bis 377 v. Chr.) wird als Urvater der westlichen Medizin bezeichnet. Für ihn gab es nur eine "große" Krankheit, die durch falsches Denken und fehlerhafte Lebensweise entstehen konnte. Die damaligen Ärzte waren angehalten, jedem Patienten seine individuelle "Diät" zu verordnen, in der Ausleitungsverfahren, wie beispielsweise Fasten, eine große Rolle spielten.
Der Begriff "Diät" ist dem altgriechischen "Diaita" entlehnt und umfasst weit mehr als nur eine Ernährungsveränderung. Das jeweilige Leben des Erkrankten sollte durch eine "Ordnungstherapie" behandelt werden. Das bedeutete, sein Leben den biologischen Notwendigkeiten anzupassen, das heißt den Körper mit den Reizen zu versorgen, die er benötigt, um sich auf allen Funktionsebenen bestmöglich zu entfalten. Diese Vorgehensweise, als Humoralmedizin bezeichnet, prägte die Medizin über 2000 Jahre, bis ins 18. Jahrhundert.
Dann wurde sie durch die "Soli-darmedizin" abgelöst, die eine völlig neue Sichtweise einläutete. Die Ursache von Krankheiten wurde jetzt Teilaspekten des Menschen, nämlich einzelnen Organen zugeschrieben. Durch die Virchow’sche "Zellularmedizin" bekam sie noch mehr Rückenwind. Virchow (1821–1902) widmete sich den Zellen und sah in krankhaften Veränderungen dieser noch kleineren "Teile" des Menschen die Ursache für die Entstehungen von Krankheiten. Zellveränderungen in den unterschiedlichsten Organen waren ab diesem Zeitpunkt der Denkansatz für die Entstehungen von Krankheiten. Der ursprüngliche ganzheitliche Ansatz wurde durch die neuen Erkenntnisse zunächst völlig verdrängt.
Bis heute orientiert sich die moderne Medizin am "lokalen", also organ- bzw. zellbezogenen Denkmodell. Medizinische Forschung ist heute so spezialisiert, dass die Wissenschaftler – jeder für sich – ein unglaublich tiefgehendes Detailwissen in ihrem Spezialgebiet haben. Das hat zu hervorragenden Leistungen, beispielsweise bei der Operationstechnik, der Diagnostik und in der Notfallmedizin geführt.
Was aber fehlt ist die Zusammenführung all dieses Spezialwissens, um wirksame Therapien zu entwickeln, die wieder die Tatsache berücksichtigen, dass alle Funktionsebenen des Menschen vernetzt sind. Das ist der Grund dafür, dass chronische Erkrankungen, wie Herz-Kreislaufkrankheiten, Allergien, Krebs und Autoimmunerkrankungen trotz aller medizinischen Fortschritte nicht in den Griff zu bekommen sind. Sind Krankheitszustände durch diesen medizinischen Ansatz nicht erklärbar, werden sie meist automatisch als psychosomatisch verursacht erklärt. Deswegen werden Patienten als psychosomatisch erkrankt eingestuft – nur weil ihre Symptome durch die herkömmliche Medizin nicht erklärbar sind.
Die 2000 Jahre praktizierte Humoralmedizin oder moderne ganzheitliche Gesundheitslehren, wie auch ich sie vertrete, würden diese Erklärungslücke leicht füllen und die Krankheitsbilder, die irrtümlich als psychosomatisch verursacht eingestuft werden, ursächlich therapieren. Leider sind die Widerstände der herkömmlichen Medizin gegen natürliche und biologische Therapiemethoden noch groß.
Arzneimittel-orientierte Medizin ist in den Mittelpunkt der Behandlung von chronischen Erkrankungen gelangt. Nicht die Ursachen werden beseitigt, sondern deren Symptome höchstens kurzfristig unterdrückt.
Wenn wir den Patienten bestmöglich helfen möchten, gibt es nur eine wirksame und nachhaltige Medizin: Die Kombination der Humoralmedizin oder moderner Ausführungen derselben mit den Möglichkeiten der modernsten Akut-, Diagnostik- und Notfallmedizin, wenn nötig ergänzt durch an der Psyche ansetzende Therapien.
Bereichern Sie Ihr Wissen über das Christentum - lernen Sie in unsere Serie alles über die Religion. Von A wie Abel bis Z wie Zölibat.
Bereichern Sie Ihr Wissen über die große Weltreligion - lesen Sie unsere Serie! Hier zum Herunterladen als PDF-Sammlung.
Laufen - oder walken - Sie wieder mit für einen guten Zweck! An Christi Himmelfahrt, Donnerstag, 17. Mai 2012, fällt der Startschuss zum 14. HK-Kreisstadt-Lauf. Hier geht's zur Anmeldung!
Folge uns unter