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Königlicher Blitzbesuch
Die norwegische Prinzessin Mette-Marit schaute gestern auf die Schnelle im Römer und der Schirn vorbei
Königlicher Besuch: Die norwegische Prinzessin Mette-Marit gab sich gestern in Frankfurt Ehre und eröffnete die Munch-Ausstellung in der Schirn. Macht 1098 Kilometer Luftlinie – für 310 Minuten Besuchszeit.
Von Julia Rösch
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Zum Programm der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit gehörte auch der Eintrag ins Goldene Buch der Stadt. Foto: Martin Weis Frankfurt. Für diesen Blitzbesuch ist wahre Liebe zur Kunst ein Muss. Gestern um 13 Uhr stieg Prinzessin Mette-Marit von Norwegen in den Flieger und zwei Stunden und 15 Minuten später in Frankfurt wieder aus. Wahrscheinlich mit Kribbeln im Bauch; Ihre Hoheit hasst das Fliegen. Sechs Stunden später war sie schon wieder auf dem Heimweg. Grund für das königliche Intermezzo: Die Eröffnung der Ausstellung "Der moderne Blick" in der Schirn-Kunsthalle, die Bilder ihres Landsmann Edvard Munch zeigt.
Gegen 16.30 Uhr, eine Dreiviertelstunde vor Ankunft, zeugt nur ein roter Teppich vor dem Römer davon, dass hier kein alltäglicher Besuch vorbeischaut. Zwei Sicherheitsmänner flankieren die Auslegware. "Wer kommt denn?", fragt eine ältere Frau mit blauem Hut und schaut neugierig zu, wie ein Mitarbeiter den Teppich mit dem Staubsauger bearbeitet. Der Sicherheitsmann brummt ihr eine Antwort zu; sie zuckt die Schultern. "Mette-Marit?", wiederholt sie, "ist das die Prinzessin aus Dänemark?"
17.15 Uhr. Langsam füllt sich der Platz vor dem Römer mit Schaulustigen. Eine Frau erzählt, sie hat extra Blumen für die Prinzessin besorgt. Fotografen drängen sich unten an der Absperrung und im Kaisersaal vor dem Pult, wo Mette-Marit sich gleich ins Goldene Buch der Stadt eintragen wird. Noch ist sie im "Frankfurter Hof", sich frisch machen.
Da klappern Absätze auf dem Parkett; sie ist da: hellrosa Kleidchen, schwarze Lackpumps, Jackett; neben ihr Oberbürgermeisterin Petra Roth. Mette-Marit lächelt mit geschlossenem Mund ins Blitzlichtgewitter und lauscht Roths Worten. Schweigend setzt sie ihren Namenszug ins Goldene Buch. Die Fotografen werden aus dem Saal gescheucht, man nimmt einen kleinen Drink. Aber nicht lange.
Denn um Punkt 18 Uhr sieht das Protokoll die Begrüßung in der Schirn-Kunsthalle vor. Mette-Marit trägt einen beigen Mantel und fröstelt leicht. Ob sie nach der Ausstellung noch Frankfurts Nachtleben erkundet? "Nein, wir fliegen gleich heim", antwortet eine Security-Mitarbeiterin für sie. Aber zuerst müssen Fotos gemacht werden – vor genau drei Munch-Gemälden, alle Öl auf Leinwand. Mette-Marit schweigt. "Noch keine Fragen stellen!", ruft jemand von der Schirn beinahe hysterisch, als eine Journalistin schon den Block zückt.
18.40 Uhr. Jetzt steht die Prinzessin Rede und Antwort, aber bitte nur zu Fragen rund um den Maler und die Ausstellung. Kaum einer hält sich daran. "Von Oslo bis nach Frankfurt ist ein langer Weg für ein paar Stunden Aufenthalt", merkt jemand an. "Schon", gibt Ihre Hoheit zu, "aber ich bin immer gern in Frankfurt. Es ist schön hier und man trifft viele nette Leute." Sie lächelt, die Fotografen rammen sich die Ellenbogen in die Seiten. "Zudem ist die Ausstellung sehr wichtig; sie zeigt Munch in einem anderen Licht. Er gehört zum Erbe unseres Landes." Eine kulturelle Botschafterin sei sie aber nicht. Ob sie einen angenehmen Flug gehabt habe? Das Lächeln wird etwas angestrengter. "Ja, vielen Dank." Ende der Vorstellung.
Im Rondell der Schirn-Kunsthalle drängen sich etliche Besucher. Die Ansprachen von Schirn-Hausherr Max Hollein und Oberbürgermeisterin Petra Roth gehen fast im Gemurmel unter. Es ist 19 Uhr. Gleich wird Mette-Marit noch einmal durch die Ausstellung schlendern, vielleicht ein Gläschen Sekt trinken. Um halb zehn wartet der Flieger.



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