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Das Ende eines Erfolgsmodells
Bei der Awo konnten junge Arbeitslose ihren Abschluss nachholen
Nur noch bis zum Sommer können Jugendliche bei der Awo ihren Hauptschulabschluss nachholen. Für viele Schulabbrecher war es die letzte Chance.
Höchst. ![]()
Ahmed Mejri und Naciye Tarikulu haben ihren Hauptschulabschluss in der Tasche. Foto: Reuß Auf diesen Tag haben Ahmed Mejri (17) und Naciye Tanrikulu (18) lange gewartet. "Ich habe im August angefangen meinen Hauptschulabschluss nachzuholen. Das war eine richtig gute Zeit", sagt Tanrikulu und blickt zufrieden auf ihr Hauptschulzeugnis. Rund ein halbes Jahr hat sie gemeinsam mit Mejri drei Tage pro Woche in einem Café gearbeitet. An zwei Tagen haben sie die Schulbank in den Räumen der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in der Kasinostraße gedrückt. Gestern erhielten sie ihre Abschlusszeugnisse.
Hohe Erfolgsquote
"Wir hatten 14 Schüler, zwölf davon haben den Abschluss geschafft, eine gute Quote", freute sich auch Hannelore Ringeisen-Adam, die Einrichtungsleitern der Awo in Höchst. Begleitend zu den sogenannten "Arbeitsgelegenheiten", also 1,50-Euro-Jobs, können Jugendliche bei der Awo ihren Schulabschluss nachholen. Obwohl sie eigentlich eine Gegnerin der "Arbeitsgelegenheiten" gewesen sei, "haben wir mit der Verbindung von Arbeitsplatz und Schule das Beste rausgeholt", sagt Ringeisen-Adam.
Doch mit den "Arbeitsgelegenheiten" soll bald Schluss sein. Im Zuge der Reform der Instrumente, die jugendlichen Arbeitslosen den Einstieg ins Berufsleben erleichtern sollen, wurde beschlossen, das mit den Jobs keine schulische Qualifizierung mehr einhergehen darf. Das bedeutet auch das Ende für die Chance, während der Zeit im 1,50-Euro-Job den Schulabschluss nachzuholen. "Bei uns konnten Jugendliche seit fünf Jahren ihren Abschluss nachmachen. Jetzt läuft das Projekt im Sommer aus", sagt Ringeisen-Adam. Wie viele Jugendliche so doch noch an einen Schulabschluss gekommen sind, weiß sie gar nicht. "Aber wir hatten teilweise mehr als 40 Schüler." Im Sommer bietet die Awo noch einmal die Möglichkeit, die Hauptschulprüfung abzulegen, danach ist Schluss. "Das ist schon sehr schade, es lief ja richtig gut", kritisiert Ringeisen-Adam.
Zu viele Fehlzeiten
Ahmed Mejri und Naciye Tanrikulu gehören also zu den letzten, die es noch geschafft haben. "Die Mischung aus Job und Schule war gut. Viel besser, als eine normale Schule", sagt Tanrikulu. Die musste sie ohne Abschluss verlassen. "Ich hatte einfach zu viele Fehlzeiten." Das ging Ahmed Mejri ähnlich. "Bei mir fing das so ab der achten Klasse an. Ich bin einfach immer seltener zur Schule gegangen", erzählt er.
Mit dem Hauptschulabschluss in der Tasche blicken beide zuversichtlich in die Zukunft. "Ich will mich nach einem Ausbildungsplatz umschauen, am liebsten zum Einzelhandelskaufmann", sagt Mejri. Und Tanrikulu will weiter die Schulbank drücken: "Ich will etwas aus meinem Leben machen und fange mit der Realschule an. göc



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