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Das ist die Höhe: Bad Sodens steiniges Entrée
Der Ortseingang soll „neu definiert“ werden – Hinweise auf die Besonderheiten der Kurstadt
Die Kreiselgestaltung am Sinai und an der Wilhelmshöhe ist beschlossene Sache. Steinig und symbolträchtig wird der Ortseingang an der Niederhofheimer Straße.
Von Elisabeth Hofmann-Mathes
Bad Soden. ![]()
So soll’s an den beiden Kreiseln aussehen: ein angedeuteter Teich, ein angedeuteter Bachlauf und ein Steinstapel.Eine symbolische Wasserfläche, ein angedeuteter Wasserlauf und ein vier bis sogar fünf Meter hoher Steinstapel sollen künftig das Entrée der Kurstadt an der Niederhofheimer Straße bestimmen. Nachdem der Magistrat das Konzept diese Woche beschlossen hatte, wird nun ein Frankfurter Landschaftsarchitekturbüro mit der Ausführungsplanung beauftragt.
Teich aus Steinen
"Der Ortseingang soll neu definiert werden", erklärt Michael Henniger, Abteilungsleiter Stadtentwicklung und Bauberatung. "Neu definiert" soll heißen: Wer künftig über die Niederhofheimer Straße nach Bad Soden fährt, wird gleich im Vorüberfahren auf die Besonderheiten der Kurstadt hingewiesen. Das sind: "Das Wasser und die Geologie", so Henninger.
Dabei setzen die Planer auf die symbolische Kraft von Steinen. Mit hellem Quarzitsplitt – eingebettet in anthrazitfarbenen Basaltkies – soll eine Wasserfläche im oberen Kreisel angedeutet werden. Im Stil japanischer Gärten wird von diesem Stein-Teich ein angedeuteter Bachlauf über einen rund 100 Meter langen Verbindungsstreifen zum zweiten, unteren Kreisel führen und dort in einem Steinstapel enden. Unübersehbar soll der Stapel aus sieben aufeinandergetürmten Taunusquarziten vier bis fünf Meter in die Höhe ragen.
Keinesfalls zufällig haben sich die Planer dabei auf sieben Steine geeinigt. "Die Zahl sieben hat in vielen Kulturen eine besondere Bedeutung", erklärt Michael Henninger. Sieben Weltmeere, sieben Weltwunder, sieben Tage des christlichen Schöpfungsmythos – und auch in Bad Soden hat die Zahl sieben für Aufsehen gesorgt. So fanden Wissenschaftler bei Erdarbeiten an der Niederhofheimer Straße im Gebiet Carlusbaum ein sogenanntes geologisches Fenster im Löß mit sieben Hell-Dunkel-Schichten.
Die Paläoklimatologen weisen den verschiedenen Schichten erdzeitliche Kalt- und Warmzeiten zu. "Nachgewiesen sind bislang allerdings nur fünf solcher Perioden und nicht sieben", weiß Henninger. Hier, am Carlusbaum soll außerdem der seltene Nachweis über eine Umpolung des magnetischen Erdfeldes möglich sein. Außer in Bad Soden gelang dieser Nachweis nur noch in Australien und Tschechien. Damit ist das geologische Fenster am Carlusbaum eine "absolute geologische Besonderheit", ssgt der Stadtentwickler.
Leuchtender Bachlauf
Damit das neue Entrée der Stadt auch nachts sichtbar bleibt, soll der stilisierte Bachlauf mit einem flexiblen LED-Lichtband und der Teich mit Spots illuminiert werden. Das gesamte Gebiet soll am Rand zusätzlich mit Vogelkirschen und in den Kiesschüttungen mit Steingartengewächsen bepflanzt werden. Die Kosten für die Gestaltung des Projekts gibt Henninger mit 135 000 Euro an.
Die Kreiselgestaltung ist eingebettet in die Gesamtmaßnahme der Grünflächengestaltung an der künftigen Grundschule. Hier sollen vom unteren Kreisel zur Schule eine Entschließungsstraße und weitere Fußwege entstehen.



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