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Der Chemiker möchte in die Familien investieren
Klaus-Dieter Franz ist für die SPD in die Stadtverordnetenversammlung nachgerückt. Er hat Nachwuchsmann Dennis Baus beerbt, der sein Mandat aus beruflichen Gründen niedergelegt hat. Franz wird sich um Umwelt- und Verkehrspolitik kümmern.
Kelkheim. ![]()
Klaus-Dieter Franz "Wir machen aus Dreck Gold", beschreibt Dr. Klaus-Dieter Franz das, was ihn an der Chemie, seinem Beruf, so fasziniert. Auch wenn ihm das dann selbst doch etwas zu flapsig formuliert ist. Aber wenn Franz das Vergolden in seinem neuen Betätigungsfeld gelänge, der Kommunalpolitik nämlich, wäre der Sozialdemokrat dort ganz schnell ein gefeierter Mann. Geht es der Stadt Kelkheim doch finanziell so schlecht, dass keiner weiß, wie sie aus dem Haushaltsdefizit kommen soll.
Aber Franz ist kein Alchimist, sondern Chemiker. In Frankfurt hat er studiert, ein paar Jahre in den USA und Australien gearbeitet, und jetzt ist er für ein großes süddeutsches Chemieunternehmen tätig. Außerdem hat er Lehraufträge an Hochschulen in Frankfurt und Darmstadt – die Stadtverordnetenversammlung wird offensichtlich durch einen Abgeordneten bereichert, der systematisch denken und die Resultate dessen darstellen kann. Das kann auch etwas wert sein bei der Lösung der – nicht nur finanziellen – Probleme in der Möbelstadt.
Freilich liegen die Schwerpunkte von Franz, der seit 40 Jahren Mitglieder in der SPD ist, anderswo. Die beschlossene Schuldenbremse sei sicher sinnvoll, sagt er. Aber wenn er erklärt, dass es keine besseren Investitionen gibt als die in Kinder und Familien, dann zeigt dies sein Hauptinteresse. Es gehe ihm um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, so Franz.
B 8 immer eine Illusion
Das ist gar keine Überraschung, hat er doch selbst vier Kinder. Inzwischen sind sie aus dem Haus, und deshalb hält der 62-Jährige jetzt die Zeit für gekommen, in die Kommunalpolitik zu gehen. Dabei ist er schneller nachgerückt als gedacht, aber so etwas ist nie genau vorherzusehen. Jetzt wird er im Ausschuss für Umwelt und Verkehr mitmachen.
Dabei will er sich einerseits erst einmal einarbeiten in das Thema, andererseits hat er durchaus seine Einschätzungen. Der Weiterbau der B 8 sei immer eine Illusion gewesen, sagt Franz, der nach eigenem Bekunden die Kommunalpolitik schon lange beobachtet hat. Zur Kinderbetreuung lässt er wissen, dass es in Kelkheim noch einen gewissen Nachholbedarf gebe, und die Stadt könne sich auch von den Nachbarkommunen vernünftige Konzepte abschauen.
Das klingt ganz so, als seien von ihm interessante Beiträge zu erwarten. Kelkheim kennt er jedenfalls gut – in Frankfurt geboren, kam er mit seinen Eltern 1961 in die Möbelstadt. Dort will er nun doch eine Parallele zwischen der Chemie und der Politik ziehen: Verantwortungsvoll mit Ressourcen umgehen, an Nachhaltigkeit denken – das sollte wohl durchaus für beide Handlungsfelder gelten.bt



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