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Der Dauerbrenner
Bernhard Heinz ist der dienstälteste Parlamentschef im Main-Taunus-Kreis
Der Christdemokrat aus Niederjosbach ist seit 30 Jahren Stadtverordnetenvorsteher in Eppstein. Das war dem Parlament in seiner Sitzung am Donnerstagabend nicht nur einen kräftigen Applaus wert.
Von Manfred Becht
Eppstein. ![]()
Als Bernhard Heinz erstmals zum Stadtverordnetenvorsteher gewählt wurde, war es kein Geheimnis, wer ihn unterstützt hat – erstens bekam er zur Überraschung vieler alle Stimmen in der Stadtverordnetenversammlung, und zweitens wurde offen abgestimmt. Aber ungeklärt blieb damals die Frage, was wohl in dem Umschlag sei, den ihm sein Amtsvorgänger Winfried Schumacher übergab. "Möglicherweise wechselten die Geheimnisse der Eppsteiner Stadtverwaltung hier den Verwalter", mutmaßte damals das Kreisblatt.
Heinz erinnert sich. In dem Umschlag waren auf einem Blatt Papier alle Regularien aufgeschrieben, die bei der Sitzungsleitung zu beachten sind, verrät er heute. Einiges davon habe sich zwar geändert, so Heinz. Und das betrifft nicht nur die Regularien – der 64-Jährige bedauert, dass man gute Rhetoriker heute in den Kommunalparlamenten kaum noch findet. Aber Schumachers Spickzettel, den benutze er immer noch.
Dabei ist es 30 Jahre her, dass er ihn bekam. Am 12. Februar 1982 wurde er zum Eppsteiner Stadtverordnetenvorsteher gewählt – während der Wahlperiode, weil Amtsvorgänger Schumacher Bürgermeister in der Gemeinde Elz im Landkreis Limburg-Weilburg wurde. Dem waren allerlei Diskussionen vorangegangen, denn der zunächst favorisierte Kandidat Hermann Fischer war bei der SPD auf wenig Gegenliebe gestoßen.
So aber wurde Christdemokrat Heinz gewählt und bekam für seine Amtsführung und Ausdauer jetzt den Beifall aller Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung. Für ein solches Jubiläum sei in der Ehrenordnung der Stadt gar nichts vorgesehen, erklärte Bürgermeister Peter Reus (parteilos). Ein kleines Präsent für Heinz und den üblichen Blumenstrauß für seine Ehefrau Christel gab es trotzdem.
An eine Situation, in der er das Amt am liebsten abgegeben hätte, kann Heinz sich nicht erinnern. Ruhiger sei es geworden im Vergleich zu früher, sagt er mit Blick auf die 80er Jahre, als die damals neu ins Parlament eingezogenen Grünen die politische Szene schon aufmischten. Einmal, erzählt der Christdemokrat, dessen Sohn Christian Landtagsabgeordneter sowie Eppsteins CDU-Fraktions- und Parteichef ist, seien die Grünen mit Attrappen von Handgranaten zur Sitzung erschienen, was viele schon irritiert habe. Heinz: "Es gab keine Sitzung, zu der die sich nicht irgendwas Besonderes haben einfallen lassen." Inzwischen ist Heinz der dienstälteste Stadtverordnetenvorsteher im Main-Taunus-Kreis, denkt aber noch nicht ans Aufhören. 2011 wurde er ohne Gegenstimme für fünf Jahre wiedergewählt. "Das wird in jeder Wahlperiode neu entschieden", sagt der Niederjosbacher, der den größten Teil seines Berufslebens als Jurist im hessischen Umweltministerium verbracht hat. So ganz eingerichtet habe er sich im Ruhestand noch nicht, lässt er durchblicken – da scheinen ihm die Verpflichtungen als Stadtverordnetenvorsteher gerade recht zu sein.
So hat er auch die Zeit gefunden, zusammen mit dem früheren Grünen-Fraktionsvorsitzenden Andreas Henke das Klimaschutzkonzept zu erarbeiten, das unlängst verabschiedet wurde. Freilich steht die Stadt bei der Umsetzung erst am Anfang – es gibt dieses und noch einige andere Themen, bei denen Heinz sich einbringen will. Es wird also noch eine Weile dauern, bis er den Spickzettel von Winfried Schumacher an einen Nachfolger weitergeben wird . . .



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