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Endlich: Weilbach wird autofrei
Beim Baustellen-Fest der Gemütlichkeit sagen „Dido’s“ und „Mixed Pickles“ Tschüss
Der Verkehr – ob zu Lande oder in der Luft – ist Thema Nummer 1.
Weilbach. ![]()
Tanzen nur mit Helm: Die Gruppe "Lollipops" machte zu "Bodo mit dem Bagger" Stimmung. Fotos: Hans NietnerBauarbeiter – so weit das Auge reicht: Im Publikum und auf der Bühne der Jahnturnhalle sind Helme und Blaumänner die favorisierten Kleidungsstücke. Die Gemütlichkeit Weilbach trotzt mit ihrem Motto den widrigen Umständen. "Fassenacht trotz Baustelle geöffnet", stand auf einem großen Banner hinter dem Elferrat. Die Narren spielten damit nicht nur auf den ständigen Straßenbau im Ort an, sondern auch auf die Schließung ihres gewohnten Domizils. Weil die Weilbachhalle saniert wird, kehrte die Gemütlichkeit nach elf Jahren in die Halle der Turngemeinde Weilbach zurück.
U-Bahn und Parkplatz
Welches Thema den Weilbachern unter den Nägeln brennt, zeigte schon der Einzug des Elferrates um Sitzungspräsident Harald Staudt. "Weilbach umfahren statt übergehen", stand auf einem Schild, das eines der Mitglieder auf die Bühne trug. Alexander Becker und Andreas Dörhöfer griffen die Verkehrssituation in ihrem Vorspiel als Bauarbeiter auf. "Hier entsteht eine U-Bahn-Station mit Parkplatz", erklärten die Aktiven der Gemütlichkeit. Denn: "Weilbach wird autofrei." Sie seien froh, dass 2011 vorbei ist, berichteten Becker und Dörhöfer. Mit der Baustelle in der Frankfurter Straße und der Eröffnung der neuen Landebahn am Frankfurter Flughafen habe das vergangene Jahr nur Ärger gebracht.
Der Abend durfte nicht vergehen, ohne dass der Ausbau der Kreuzung an der Rüsselsheimer Straße angesprochen wurde. Dass es ausgerechnet CDU-Bürgermeisterkandidat Markus Ochs war, der das Thema in seinem Vortrag aufgriff, dürfte nicht jedem im Saal geschmeckt haben. Rathauschef Michael Antenbrink (SPD) hörte auf seinem Platz ganz genau zu, als Ochs seinen Vortrag von 2011 als Weilbacher Kerbeborsch fortsetzte. Der Erste Stadtrat konnte sich etwas Wahlkampf nicht verkneifen: "Rot und Grün bringen – genau – für Weilbach nur zusätzlich Stau", reimte er über die geplante Ampelanlage an der Kreuzung.
Auch die "Müllis" Wolfgang Metzke, Manfred Schwambach und Bernd Wagner hatten sich Gedanken über die neue Abbiegespur gemacht: Dieser Abzweig gehöre in die Flörsheimer Rheinallee, damit sich Autofahrer schon dort entscheiden, ob sie über Wicker oder Eddersheim fahren, erklärten die Müllmänner. In diesem Jahr hatte das Trio seine Mülltonne mit einer orangefarbenen Warnleuchte markiert. Weil die Flugzeuge so tief fliegen, müsse alles, was größer als 1,50 Meter ist, beleuchtet werden, begründeten die "Müllis" die Dekoration.
"Tagein, tagaus nur Krach vorm Haus", sangen Renate Flach, Christian Durchhardt und Ulrich Durchhardt über die Verkehrssituation in Weilbach. Als "die 3 beiden" unterhielten sie die Zuschauer mit Stimmungsliedern. Der 14 Jahre alte Tim Fischer stimmte eine Lobrede auf seinen Opa an. Neben dem jüngsten Sprücheklopfer standen in der Jahnturnhalle noch Ilona Hartmann, Rosi Wojtnyiak und "Weltenbummler" Paul Klimkiewicz in der Bütt.
Die Kindertanzgruppe "Lollipos" griff das Baustellenthema mit einer Choreographie zum Lied "Bodo mit dem Bagger" auf. Weitere unterhaltsame Tanzdarbietungen lieferten die "Black Pearls" und "Red Roses" der TG Weilbach sowie die Kindertanzgruppe "Fantasia" von Germania Weilbach und die Hattersheimer Showtanzgruppe "Wild Wings". Die Tanzgruppe "Dido’s" der Gemütlichkeit feierte nach 20 Jahren ihren letzten Auftritt mit einem innovativen "Badetag". Ein Tuch, das am Bühnenrand gespannt war, erweckte den Eindruck, dass die Aktiven im Wasser tanzen. Auch die große Stimmungsgruppe "Mixed Pickles" verabschiedete sich mit ihren diesjährigen Gesangsbeiträgen von der Bühne der Gemütlichkeit. Die Truppe gehe "in den wohl verdienten Ruhestand", erklärte Renate Flach.
Die Gemütlichkeit weist darauf hin, dass der beliebte Maskenball in der Weilbachhalle in diesem Jahr aufgrund der Sanierungsarbeiten ausfällt.sas



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