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Höhere Einnahmen trotz reduzierter Ticket-Preise
Clever-Card für Schüler wurde billiger – jetzt steigen die Verkaufszahlen
Seit die Jahreskarte für Schüler und Auszubildende 100 Euro weniger kostet, werden deutlich mehr Tickets verkauft. Seit August ist der Absatz um 45 Prozent gestiegen. Die Grünen fordern, wegen dieses Erfolgs auch andere Fahrscheine billiger zu machen.
Frankfurt. ![]()
Ein Erfolgsmodell: die Clever-Card für Schüler.Es war ein Risiko, als das Stadtparlament im vergangenen Jahr beschloss, den Preis für die "Clever-Card" um 100 Euro zu senken. Seit dem Beginn des vergangenen Schuljahres kostet die Jahreskarte für Schüler und Auszubildende nur noch 399 statt 499 Euro. Die Differenz wird aus der Stadtkasse bezahlt. Aber schon damals war die städtische Nahverkehrsgesellschaft Traffiq zuversichtlich, dass sich die Preissenkung selbst tragen könnte, weil mehr Tickets verkauft werden.
2500 Karten mehr
Mittlerweile steht fest, dass das Angebot tatsächlich besser angenommen wird als bisher. 5500 "Clever-Cards" für das Frankfurter Stadtgebiet wurden im vergangenen Schuljahr verkauft. In diesem Schuljahr sind es bereits 8000 – eine Steigerung um 45 Prozent. Berücksichtigt sind bisher nur die Tickets, die über die VGF verkauft wurden. Die Zahlen der Verkaufsstellen der Deutschen Bahn liegen noch nicht vor.
"Diese Bilanz übertrifft unsere anfänglichen Prognosen", freut sich Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne). Und Traffiq-Geschäftsführer Hans-Jörg von Berlepsch spricht von einem "schönen Erfolg, der weiter hoffen lässt".
Trotz der Preissenkung sind die Einnahmen aus dem Verkauf der Clever-Card um rund 450 000 Euro gestiegen. Ob die Aktion aber unter Strich wirtschaftlich aufgeht, ist noch offen. Denn niemand weiß bisher, ob die neuen Nutzer der "Clever-Card" in vergangenen Schuljahr nicht Monats- oder Wochenkarten gekauft haben. Diese weggefallenen Einnahmen müssen gegengerechnet werden. Ein endgültiges Ergebnis wird erst die Marktforschung bringen. Traffiq schätzt aber, dass schon mit 2000 zusätzlichen Clever-Card-Kunden die durch die Subventionierung entstehenden Einnahmeverluste ausgeglichen werden. Dieser Wert ist bereits jetzt übertroffen worden, die Steigerung liegt bei 2500 Karten. Nicht subventioniert werden übrigens Clever-Cards, die nicht auf das Stadtgebiet beschränkt sind. Davon werden in Frankfurt rund 500 pro Jahr verkauft. Im übrigen RMV-Gebiet gib es keine verbilligten Clever-Cards.
Majer sieht einen weiteren positiven Aspekt: "Mit der vergünstigten Clever-Card gewinnen wir Kinder und Jugendliche als Stammkunden von Bussen und Bahnen", sagte er. "Das ist ein langfristig wirkender Beitrag für eine nachhaltige Mobilitätskultur und damit für unsere lebenswerte Stadt."
Forderung an den RMV
Die Grünen im Römer sehen durch die Verkaufszahlen ihren "sozial- und verkehrspolitischen Kurs bestätigt", wie Fraktionschef Olaf Cunitz sagte. "Durch die Preissenkung ist die Attraktivität des Angebots gestiegen." Frankfurt sei damit "auf dem richtigen Weg, ökologisch sinnvolle Mobilität noch attraktiver und kostengünstiger zu gestalten".
Cunitz fordert den RMV auf, "über die Tarifgestaltung nachzudenken und die Fahrpreise nicht jedes Jahr anzuheben". Frankfurt habe gezeigt, das kostendeckende Angebotsverbesserungen möglich sind. mu



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