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Jetzt galoppieren die Jungen heran
Da muss sich Inge Rohs keine Sorgen machen
Viele Zuschauer bei der Kappensitzung der TSG konnten es am vergangenen Samstag kaum glauben. Inge Rohs, 33 Jahre lang großartige "Chefin des Protokoll", stand nicht mehr in der Bütt. Wir fragten nach den Hintergründen.
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Ilona Henke hat die Zügel in der Hand, Andrè Wittich hätte Pascha aber auch so unter Kontrolle. Foto: KnappFrau Rohs, haben Sie den Spaß an der Fassenacht verloren?
INGE ROHS: Nein! Ich wurde sogar gefragt, ob ich krank sei, oder mich über irgend etwas geärgert habe. Ich danke allen, die sich völlig unnötig Sorgen gemacht haben. Fassenacht ist ein Gefühl, das man hat oder nicht. Das bewahre ich in mir und trage es weiter.
Alles hat seine Zeit. Jetzt sind die Jungen in der Bütt dran. Ich kann mich als Erste Vorsitzende über mangelnde Arbeit im Verein nicht beklagen. Büttenreden müssen Spaß machen – bevor sie zur Belastung werden, habe ich aufgehört.
33 Jahre Protokoll und zuvor seit 1973 Büttenrednerin – was hat sie an der Sulzbacher Fassenacht fasziniert?
ROHS: Die Nähe zu den Sulzbachern. Dass ich auf der Straße angesprochen worden bin, welche Themen ich ins Protokoll nehmen müsse. Was ich meistens auch gemacht habe, weil es die Themen waren, die die Sulzbacher interessiert haben. Dass wir immer nur mit "Eigengewächsen" eine große Kappensitzung ausfüllen können. Dass wir uns als Sportverein nicht vor den Karnevalvereinen verstecken müssen. Und dass die Kappensitzung ein Teil der Sulzbacher Kultur ist.
Was war für Sie das herausragende Erlebnis in vielen Jahrzehnten Reden schreiben und vortragen?
ROHS: Es war für mich immer toll, wenn ich gespürt habe, wie ich das Publikum "am Haken" hatte und dann langsam die "Angelschnur" einholen konnte. Die ganzen Fassenachts-Talente heranreifen zu sehen, seien es nun Redner oder Sänger oder Musiker oder Tänzer, sowohl Mädchen als auch Jungens, das waren die Sternstunden der Sulzbacher Fassenacht und ein großer Spaß.
Ein herausragendes Erlebnis gab es nicht?
Ganz besonders in Erinnerung ist mir die Chaossitzung im Wohnstift Augustinum Neuenhain in den 80er-Jahren geblieben. Nachdem es stark geschneit hatte, und am "klaane Neuenhaaner Bersch" nichts mehr ging, konnten wir unsere Programmfolge vergessen. Jeder Sulzbacher, der einen dunklen Sakko anhatte, musste als Elfer mit auf die Bühne. Ich habe dem Präsidenten Zettel mit den nach und nach endlich ankommenden Aktiven auf die Bühne gereicht, und Walter Mirwald hat die Sitzung improvisiert. Im Saal hat kein Mensch bemerkt, wie sehr wir geschwommen sind. Es war ein Super-Abend.
Was hat sich verändert von 1973 bis heute?
ROHS: In fast 40 Jahren – fast alles! Wir müssen uns als Fassenachter immer mehr mit der Konkurrenz im Fernsehen messen. Wir streben zu immer perfekteren Darbietungen. Das Publikum ist anspruchsvoller. Eine Saalfastnacht in einer Sporthalle wird immer problematischer, man ist von Kleinkunst und Komik ein gewisses Ambiente gewohnt.
Wir sind im Laufe der Jahre technisch auf einem sehr hohen Niveau angekommen. Anfangs haben wir die Mikrofon-, Lautsprecher- und Lichtanlage der Eichwaldhalle genutzt. Inzwischen arbeiten wir mit Profis zusammen, haben Videotechnik, um auf allen Plätzen eine gute Sicht auf die Akteure zu bieten. Geschmack und Zeitgeist haben sich geändert. Die Kappensitzung ist inzwischen auch ein Stück Brauchtums- und Mundartpflege.
Mit welchem Gefühl haben sie das närrische Scheinwerferlicht verlassen?
ROHS: Mit einem sehr guten. Renke Moser ist ein wunderbarer Nachfolger für den Part "politischer Vortrag". Er kann noch dazu sehr gut singen und versteht es, das Publikum zu faszinieren.
Gibt es bei der TSG keine Nachwuchsprobleme?
ROHS: Nein. Man muss sich seinen Nachwuchs heranbilden, sonst ist irgendwann keiner mehr da. Das wissen wir und haben deshalb 2003 erstmals eine Jugend- und Kindersitzung gemacht. Inzwischen treten die jungen Aktiven aus den ehemaligen Juki-Sitzungen bei der Kappensitzung auf. Die 10. Juki am Sonntag wird dies erneut unter Beweis stellen. Ich freue mich darauf und lade alle ein, ins Bürgerhaus am Platz an der Linde zu kommen und sich davon zu überzeugen.



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