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Mit nur 50 Euro den Turbo zünden
Bildung und Ernährung sind weiterhin die Schwerpunkte der Bürgerstiftung, die eine besondere Marke geknackt hat
Beim Neujahrsempfang der Kelkheimer Initiative zog der Zweite Vorsitzende Horst Schmidt-Böcking eine rundum positive Bilanz. Die im Februar 2010 gegründete Stiftung unterstützt etliche Projekte, die vor allem Schülern zugute kommen. 125 730 Euro bilden aktuell den Stiftungsstock.
Von Tina Schehler
Kelkheim. ![]()
Zwei Beispiele für erfolgreiche Projekte der Kelkheimer Bürgerstiftung: Ernst Bloy, der für die Tafel arbeitet, wurde ebenso unterstützt . . ."Wenn man sieht, dass man mit kleinen Mitteln bei Jugendlichen schon eine unglaubliche Motivation erreichen, mit nur 50 Euro den Turbo zünden und eine ganze Persönlichkeit verändern kann, dann macht das unheimlich viel Freude", sagte Horst Schmidt-Böcking beim Neujahrsempfang der Bürgerstiftung im Gasthaus "Zum Taunus". Er bezog sich damit auch auf den 2011 ausgelobten Förderpreis "Kluge Köpfe" für Hauptschüler, die durch die besten Abschlusszeugnisse oder soziales Engagement auf sich aufmerksam gemacht haben. 2012 soll diese Förderung weitergehen.
Schmidt-Böcking betonte, die Stiftung brauche nicht nur Geld zur Verwirklichung ihrer Projekte, dieses sei "sekundär": "Wichtiger sind die Menschen, die die Ideen umsetzen." Er dankte daher vor allem Schriftführerin Kay Möller sowie Schatzmeister Börries Kübel. Beide bezeichnete er als die "wichtigsten Köpfe" und "eigentlichen Stützen". Er rief aber dazu auf, die Stiftung und ihre ehrenamtlichen Mitarbeiter weiter zu unterstützen.
Für das neue Projekt "Kultur für zwei Generationen" werden zum Beispiel noch "Kulturpaten" gesucht – "Erwachsene, die bereit sind, Jugendlichen Kulturerlebnisse zu vermitteln", erläuterte Kay Möller. "Dieses Angebot soll sich an Kinder und Jugendliche richten, die normalerweise nicht ins Theater, in die Oper oder ins Museum gehen." Die Bürgerstiftung Kelkheim stellt den Kontakt her und stiftet die Eintrittskarten. Freiwillige sollen im Gegenzug ihre Zeit stiften.
In Vorbereitung ist das Projekt "Lebenswelten". "Die Bürgerstiftung veranstaltet vom 22. bis 24. Juni interkulturelle Filmtage im Kino Kelkheim. Wir übernehmen für Kinder, Jugendliche und Familien die Kosten des Kinos und laden Schulen und Jugendarbeit ein, sich mit eigenen Beiträgen an einem Rahmenprogramm zu beteiligen. Auch die Bücherei wird mit einer passenden Bücherauswahl dabei sein", kündigte Möller an. Die Sieger eines 2012 erstmals ausgeschriebenen Bilderwettbewerbs werden dort prämiert. "Kinder sollen zwei Bilder malen: Eines soll zeigen, was ihnen an Kelkheim besonders gut gefällt, ein anderes, was ihnen an Kelkheim gar nicht gefällt", erläuterte Kübel. "Die Teilnehmer werden dazu angeregt, sich mit ihrem Lebensumfeld auseinanderzusetzen, aber wir lernen auch etwas daraus. Wir können neue Betätigungsfelder für die Bürgerstiftung daraus ableiten." Auch hierfür wird noch ein Projektpate gesucht.
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. . .wie die Kurse für Kinder in der Therme, bei denen auch Thomas Weck den Mädchen und Jungen das Schwimmen beibrachte. Fotos: mar/mknWenn Kelkheimer Schulklassen die "Grüne Schule" des Palmengartens besuchen, wird das Eintrittsgeld ab sofort von der Bürgerstiftung übernommen. Wie schon 2011 können Schulklassen auf Stiftungskosten zur Experiminta-Ausstellung (mit 100 Experimentierstationen zu Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) in Frankfurt gehen. Etliche bereits angelaufene Projekte der Bürgerstiftung werden 2012 weitergeführt – darunter unter anderem das 2009 an einer Schule gestartete "Projekt Äpfelchen". Es wurde mittlerweile auf fünf Kelkheimer Schulen ausgedehnt. Dabei übernimmt die Stiftung den "Elternanteil" von 10 Euro pro Schüler für das vom Main-Taunus-Kreis eingeführte "Schulobst". "Wir erreichen derzeit 400 Schüler. 2012 kommen zwei weitere Schulen hinzu", verkündete Möller.
Die grobe Richtung, wofür das Geld der Stiftung verwendet werden soll, gibt die Stifterversammlung vor. Derzeit besteht die Versammlung aus 30 Mitgliedern. Wer über 1000 Euro spendet, gehört dazu. 2011 waren die Leitthemen "Ernährung und Bildung". 55 Mitglieder hat der Förderverein Bürgerstiftung Kelkheim (gegründet im Mai 2008), der die Gründung der Initiative erst einmal vorbereitet hat. Der Vorstand von Förderverein und Stiftung ist identisch. Vorsitzende ist Hildegard Bonczkowitz, die beim Neujahrsempfang nicht anwesend sein konnte.
Schatzmeister Dr. Börries Kübel gab einen Überblick in Zahlen: 2011 kamen 38 000 Euro zum Stiftungsstock hinzu, insgesamt 14 500 Euro wurden für Förderprojekte verwendet. Unter anderem bekam der Fischbacher Carneval-Verein Geld, um bedürftigen Kindern neue Gardekostüme zu spendieren. Unterstützt wurden die mobile Jugendarbeit der Stadt und die Tafel Hofheim-Hattersheim, die auch Kelkheimer Berechtigte versorgt. Hier wurde mit dem Geld ein Teilzeit-Mitarbeiter eingestellt. Fördergelder flossen zudem an Hauptschulklassen, die am Projekt "Schule und Beruf" teilnehmen.
Auch das Kelkheimer Museum wurde bei der Erstellung einer interaktiven Wand für Workshops mit Jugendlichen unterstützt. Seit April können sie hier die Möblierung eines historischen Kelkheimer Hauses ausprobieren. 2012 sind mindestens 10 000 Euro für Projekte fest vorgesehen.
"Wir haben im Gespräch mit Lehrern und Erziehern festgestellt, dass viele Kinder heutzutage Not haben – weniger an Materiellem, sondern an Begleitung, Betreuung, Freizeitangeboten, Hausaufgabenhilfe", machte Kay Möller deutlich. "Wir möchten helfen, dass sie auf ihrem Weg durch die Schule nicht verloren gehen, wir wollen begleitend und gestaltend wirken. Am besten wir fangen jetzt gleich damit an."
Wer die Projekte des Fördervereins und der Bürgerstiftung unterstützen möchte: Telefon (0 61 95) 6 28 51 oder 97 77 71, info@buergerstiftung-kelkheim.de. Spenden sind auf dem Konto Nummer 277 002 739, Nassauische Sparkasse Wiesbaden, Bankleitzahl 510 500 15, willkommen.



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