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Stephanus-Kita muss abspecken
Aktuell fehlen zwei Erzieher, so dass die Betreuungszeiten im Februar morgens und abends eingeschränkt werden
Der Neubau kommt so recht nicht voran. Im März soll der Betrieb wieder normal laufen.
Hornau. Das Licht brennt, die Heizung läuft. Dennoch ist die Evangelische Stephanusgemeinde mit ihrem Kinderkrippen-Projekt im Verzug. Die größte Herausforderung, mit der sich Thomas Kirst, Vorsitzender des Kirchenvorstandes, derzeit konfrontiert sieht, ist der akute Erziehermangel.
Vor knapp einem Jahr hat die Gemeinde mit den Bauarbeiten begonnen. Bereits in zwei Monaten sollen die ersten Krippenkinder einziehen. Wie die Mitglieder des Sozialausschusses der Stadt nun erfuhren, hinkt jedoch der Baufortschritt dem Zeitplan hinterher. "Der Estrich hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht", erklärte Kirst bei einer Ortsbegehung. Eigentlich sollten bereits alle Innentüren montiert, der Boden verlegt und die Küche aufgebaut sein. Weil jedoch der Estrich noch nicht durchgetrocknet ist, verzögern sich die übrigen Arbeiten.
Brisanter als der zähe Baufortschritt ist die angespannte personelle Situation, mit der sich sowohl die Kita und die Kinderkrippe konfrontiert sehen. "Wir haben hier ein akutes Problem", kennt Erster Stadtrat Dirk Westedt die Lage. Da hessenweit rund 10 000 Erzieher fehlten, kann kein Personal aus anderen Einrichtungen in der Stephanusgemeinde aushelfen. Derzeit kümmern sich sechs Erzieher um 56 Kinder. Um die Betreuung im jetzigen Umfang aufrechterhalten zu können, benötigt die Stephanusgemeinde zwei weitere Fachkräfte, die Situation sei wegen Krankheit und Kündigung so angespannt. Auf den Einwand, warum man sich nicht bereits früher um Ersatz gekümmert habe, reagierte Kirst: "Wir haben natürlich Aushilfen mit entsprechender Ausbildung." Allerdings könne er sich Erzieher nicht aus den Rippen schneiden. Im Bekanntmachungsblatt, bei zwei Internetportalen, einer Fachzeitschrift und dem Arbeitsamt habe er Anzeigen geschaltet.
Die Auswirkungen auf den laufenden Betrieb sind gering. "Wir haben mit Hilfe der kirchlichen Fachberatung und allem möglichen Jonglieren eine Lösung gefunden", berichtete Kirst nach einem Gespräch mit den Eltern. Auch die Mitarbeiter seien nur Mehrarbeit bereit. "Die Reduzierungen beschränken sich im Februar auf eine halbe Stunde am Morgen und eine Stunde nachmittags." Statt wie bisher von 7 bis 17 Uhr wird die Kita im Februar nur noch von 7.30 bis 16 Uhr geöffnet sein. "Sollte es uns gelingen, kurzfristig eine weitere Kraft einzustellen, werden wir umgehend wieder zu den gewohnten Öffnungszeiten zurückkehren", versprach Kirst. Trotz der angespannten Lange blickt der Vorsitzende positiv in die Zukunft: "Wir sind der berechtigten Hoffnung, dass es ab März wieder normal läuft."
"Natürlich kann man mit sowas nie zufrieden", sagt der Vorsitzende des Elternbeirats, Christian Matthée. "Aber was soll man tun, wenn es keine Bewerbungen gibt?" Sollte sich aber im kommenden Monat nichts ändern, werde die Elternschaft den Druck auf den Kita-Betreiber sowie die Stadt erhöhen.
Fragen werden bei einem Elternabend am Dienstag, 7. Februar, 19.30 Uhr, in der Kirche, Am Flachsland, beantwortet.



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