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Unfall schockt Zeugen und Anwohner
Stadtteilpolitiker fordern bessere Überwachung nach Tod eines Fünfjährigen
Nach dem tödlichen Unfall am vergangenen Donnerstag melden sich Zeugen des Unfallhergangs. SPD-Politiker fordern nun eine Begehung und Analyse der Verkehrssituation.
Unterliederbach. Die Fußgängerampel war grün, da ist sich Lukas (14) sicher. Er stand nur wenige Meter entfernt, als am Donnerstag vergangener Woche ein fünfjähriger Junge bei einem Unfall auf der Königsteiner Straße sein Leben verlor. "Ich stand auf der anderen Straßenseite und habe mich mit einer Freundin unterhalten, als es passierte", erinnert sich Lukas. Gemeinsam seien sie aus dem Main-Taunus-Zentrum gekommen, haben einen Spaziergang gemacht und wollten später wieder zurück ins Einkaufszentrum.
Ersthelfer schnell da
"Wir standen an der Kreuzung, dann haben wir plötzlich den Knall gehört und das stehende Auto auf der Kreuzung gesehen", sagt Lukas. Schnell seien die ersten Helfer zu dem schwer verletzten Jungen gerannt. "Aber wir wollten es gar nicht so genau sehen und sind deshalb gleich weiter", erzählt der Junge nachdenklich.
Für die Polizei ist die Sachlage klar. "Der Fall ist relativ deutlich", sagt Polizeisprecher Alexander Kießling. Nach den bisherigen Ermittlungsergebnissen überholte der 19-jährige Mercedesfahrer gegen 16.30 Uhr zwei bereits an der roten Ampel wartende Autos, ehe es zum Unfall kam. Nach Zeugenaussagen sei die Ampel rot gewesen, der Fahrer beteuert jedoch, sie habe noch gelb gezeigt. Alkohol und Drogen sollen keine Rolle gespielt haben. Ob er zu schnell unterwegs war – auf der Königsteiner Straße gilt Tempo 50 – muss im Zuge der Rekonstruktion des Unfalls durch einen Gutachter geklärt werden.
Ob die Ampel gelb oder rot zeigte, weiß auch Lukas nicht sicher. Er habe das Erlebte relativ gut verkraftet. "Ich habe keine Alpträume oder so", sagt er.
Nach dem ersten Schock im Stadtteil werden nun die Rufe nach einer Beruhigung der Verkehrssituation lauter. "Es ist dringend geboten, dass jetzt möglichst schnell geeignete Maßnahmen ergriffen werden, um den Straßenverkehr auf der Königsteiner Straße sicherer zu machen", sagt Hubert Schmitt, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Ortsbeirat 6.
Dringlichkeitsantrag
Der Sozialdemokrat will deshalb bei der nächsten Sitzung des Ortsbeirats einen Dringlichkeitsantrag einbringen. "Der Ortsbeirat soll mit Verkehrsexperten der Stadt und der Polizei eine Ortsbegehung durchführen. Anschließend soll dann eine Entscheidung über die zu treffenden Maßnahmen herbeigeführt werden", fordert Hubert Schmitt.
Schon am Tag nach dem Tod des Fünfjährigen mahnte Heinz Alexander, Vorsitzender des Regionalrats Unterliederbach, zu mehr Kontrolle und bot dem Frankfurter Verkehrsdezernenten Stefan Majer (Grüne) die Unterstützung des Regionalrats an. Über den Dringlichkeitsantrag der SPD entscheidet des Stadtteilparlament während seiner Sitzung am Dienstag, 29. November, 17 Uhr, im Bolongaropalast. Einzelne Bürger berichten, sie hätten die Städtischen Ämter schon 2009 auf die Gefährlichkeit der Kreuzung hingewiesen. Jedoch ohne, dass etwas passiert ist. Die Ampel sei kein Unfallschwerpunkt und auch das Rotlicht werde nicht "über das normale Maß" überfahren, lautete die Antwort aus dem Straßenverkehrsamt.
Noch in dieser Woche will sich die Polizei mit Lukas in Verbindung setzen und seine Aussage aufnehmen. Klar ist für den Kelkheimer, dass er diesen Unfall so schnell nicht vergessen wird. Demnächst will er seinen Mofa-Führerschein machen – und sich im Straßenverkehr vorsichtiger verhalten als manch anderer.göc



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