Unfallstelle wird entschärft

Verkehrsexperten planen Verkehrsinsel und festinstallierten Blitzer an der Stelle, an der der Fünfjährige starb

Nach dem Unfalltod eines Fünfjährigen in Unterliederbach plant die Stadt nun Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung. Eine private Gruppe organisiert derweil eine Mahnwache.

Von Robin Göckes

Unterliederbach. Passantin Andrea Kaidel (27) stellt, wie so viele andere Trauernde, an der Unfallstelle an der Königsteiner Straße ein Licht auf. Foto: Maik Reuß Nach dem tödlichen Unfall auf der Königsteiner Straße am vergangenen Donnerstag (das HK berichtete) hat das Straßenverkehrsamt Vorschläge zur Sicherung der Unfallstelle ausgearbeitet. "Wir waren am Tag nach dem Unfall dort und haben uns die Situation angeschaut", sagt Ulrich Schöttler, Leiter des Straßenverkehrsamts. Das Ergebnis ist ein Maßnahmenkatalog, der so schnell wie möglich umgesetzt werden soll.

"Zwischen den Fahrspuren könnte eine Mittelinsel gebaut werden. Das würde die Fahrspuren einengen und für eine Beruhigung sorgen", meint Schöttler. Eine zusätzliche Ampel auf der Mittelinsel könnte als weiteres Signal dienen. Wie teuer die Umbauarbeiten werden, kann Schöttler aber noch nicht sagen.

Außerdem in der Prüfung sei die Aufstellung eines stationären Blitzers. Der soll sowohl das Tempo als auch die Ampel überwachen. "Da haben wir im Stadtgebiet momentan zwei Geräte im Test, und im nächsten Haushalt schon die Mittel für zehn weitere bereitgestellt", sagt Schöttler. Zudem wird der Verkehr an sechs Ampeln in Frankfurt per Kamera überwacht, schon bald sollen es 20 sein. Wie der Blitzer für die Königsteiner Straße finanziert wird, hängt auch davon ab, wie die technischen Gegebenheiten an der Ampel sind. "Je nach Zustand kostet die Anlage dort zwischen 50 000 und 100 000 Euro."

Schnelle Umsetzung

Beide Maßnahmen sollen möglichst noch in diesem Jahr umgesetzt werden. "Aber die Finanzierung muss gesichert sein", sagt Schöttler. Der Antrag auf einen Test von Tempo 30 auf der Königsteiner, der von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen wurde, sei auf dem Weg zum Regierungspräsidium Darmstadt, das die Entscheidung darüber fällen muss. Wie Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) sagt, habe man die Begründung für den Test erweitert und neben dem Lärmschutz auch Sicherheitsaspekte benannt. Hinsichtlich der Finanzierung von Umbau und Blitzer an der Königsteiner Straße ist Majer optimistisch, eine schnelle Lösung zu finden.

Die jetzt geplanten Maßnahmen haben viele Unterliederbacher schon lange gefordert. "Wir haben immer wieder auf die Gefahr hingewiesen. Niemand kann behaupten, nichts davon gewusst zu haben", betont Heinz Alexander, Vorsitzender des Regionalrats Unterliederbach.

Schöttler erklärt die späte Initiative: "Es gibt eine Kommission, die sich mit Unfallschwerpunkten beschäftigt. Der Überweg über die Königsteiner Straße war kein Unfallschwerpunkt." Ereigne sich ein Unfall mit schweren Verletzungen oder Todesfolge, komme die Kommission aber sofort zum Einsatz. So geschehen am vergangenen Donnerstag, als ein fünfjähriger Junge beim Überqueren der Königsteiner von einem Auto erfasst und getötet wurde. Der 19 Jahre alte Autofahrer überfuhr wohl die rote Ampel.

"Die Menschen sind wirklich aufgebracht. Es wäre fatal, würde sich nichts ändern", lobt Alexander die Initiative des Straßenverkehrsamtes. Auch Ortsvorsteher Manfred Lipp (CDU) sieht die Pläne, vor allem den Blitzer, positiv. "Aber es ist schade, das erst so etwas passieren musste. Vielleicht sollten in solchen Fällen früher die konkreten Begebenheiten angeschaut werden."

Viele Rotlichtsünder

Lipp kritisiert allerdings auch das Verhalten vieler Verkehrsteilnehmer. "Die Leute glauben, sich einfach über Gesetze hinwegsetzen zu können." Und auch Schöttler erklärt, dass Frankfurt ein Problem mit Rotlichtsündern habe: "Diese Disziplinlosigkeit gegenüber dem Rotlicht hat zugenommen."

Nun engagiert sich auch noch eine private Gruppe. Sie ruft via Facebook im Internet zu einer Mahnwache auf. Am Samstag, 26. November, von 17.45 Uhr an will sich die Gruppe an der Unfallstelle treffen, sich für mehrere Ampelphasen auf dem Überweg "tot stellen" und so den Verkehr blockieren. Alexander lobt zwar das Engagement, warnt jedoch vor der Blockade des Verkehrs. "Das ist sicher nicht im Sinne der Sache."

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