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Viel zu lange ist nichts passiert
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Günter MurrEs ist mehr als zehn Jahre her, dass sich die Stadt für eine U-Bahn zur Erschließung des Europaviertels entschied. Damals hieß es, die Finanzierung sei kein Problem, das Land werde das Projekt fördern. Wären die damals zuständigen Dezernenten Edwin Schwarz (CDU) und Franz Zimmermann (FDP) das Vorhaben schnell und beherzt angegangen, wäre der Tunnel wahrscheinlich längst gebaut. Spätestens als 2006 die U-Bahn zwischen Bockenheim und Ginnheim gekippt wurde, hätten die frei werdenden Gelder ins Europaviertel umgeleitet werden können.
Aber es passierte jahrelang nichts. Während in Frankfurts größtem innerstädtischem Neubaugebiet längst die Straßen und die ersten Häuser gebaut wurden, kam bei der U-Bahn noch nicht einmal die Planung voran. Und dann wurden die Ziele immer wieder verändert. 2006 wollte die schwarz-grüne Koalition die Strecke schon einmal weitgehend oberirdische bauen. Später schwenkte man wieder auf die Tunnellösung ein. Darauf muss man jetzt aus purer Not verzichten.
Es wird nicht das letzte U-Bahn-Projekt sein, das gestrichen wird. Angesichts immer strengerer Sicherheitsauflagen wird der Tunnelbau nahezu unbezahlbar. Die angespannte Haushaltslage bei Bund, Land und Stadt lässt keine Investitionen in unbegrenzter Höhe mehr zu. Und so wird es zu der kuriosen Situation kommen, dass in Frankfurt Museen unter der Erde, U-Bahnen aber oberirdisch gebaut werden.



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