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Windräder bei Langenhain?
Erster Stadtrat Exner zur Energiewende: Hofheim steckt noch mitten in den Vorbereitungen
"Windräder auf dem Dachskopf" – das war ein Thema im Ortsbeirat. Die SPD hatte den Magistrat gebeten, über den "Stand der Diskussionen, Planungen und Entscheidungen" zu informieren.
Von Tina Schehler
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Die Wiesbadener sind weiter als die Hofheimer: Die Simulation zeigt Windräder auf dem Dachsberg aus der Langenhainer Perspektive.Langenhain. Es schien fast so, als wolle der Magistrat alle aufkommenden Befürchtungen der Langenhainer im Keim ersticken. Der Erste Stadtrat Wolfgang Exner verlas die Stellungnahme des Magistrats zu den detaillierten Fragen der SPD-Fraktion zügig. So zügig, als wolle er das Thema schnell abhaken. Nachfragen blieben dann auch aus. Viele der Ortspolitiker verwiesen darauf, sich die Ausführungen noch einmal in Ruhe durchlesen – und verstehen – zu wollen. Exner zuckte mit den Achseln: "Viel Neues gibt es eben nicht."
"Sie können doch nicht bestreiten, dass die Stadt Hofheim sich nicht mit diesem Thema beschäftigt", warf Langenhains Ortsvorsteher Armin Jakob ein. Exners knappe Antwort: "Es wäre ja auch töricht, wenn sich Hofheim damit nicht beschäftigen würde!" Nach der Atomkatastrophe in Fukushima habe sich viel verändert. "Es ist viel im Fluss zurzeit", orakelte Exner. Er machte dann aber unmissverständlich klar: "Wenn Windräder auf Hofheimer Gemarkung, dann ist dies nur in Langenhain sinnvoll." Armin Jakob blieb hartnäckig: Er bat darum, dass der Ortsbeirat laufend über Hofheims Überlegungen und Verhandlungen zum Thema Windenergie und den Bau von Windrädern informiert wird. "Aber es ist wie mit dem Fluglärm: Es gibt Dinge, die der Bürger wohl ertragen muss", so sein abschließender, desillusionierter Kommentar.
Keine klare Position
Exner verwies im Verlauf seiner Ausführungen mehrfach auf die Internetseiten des Hessischen Umweltministeriums. Dort könne man nachlesen, welche Standorte aufgrund ihrer Windhöffigkeit (das ist der "Windertrag") für die Aufstellung von Windrädern überhaupt geeignet seien. "Über die Planungen der Stadt Wiesbaden könne er nichts sagen. "Da ist eine Anfrage in Wiesbaden notwendig. Die Antwort werden wir in der nächsten Sitzung, sofern sie dann vorliegt, mitteilen." Die Stadt Hofheim habe dagegen zur möglichen Nutzung von Windenergie noch keine Position bezogen. Zunächst müsse ein "Energiekonzept für Hofheim" erarbeitet werden. Zur Vorbereitung soll eine Arbeitsgruppe aus Mitgliedern der Fraktionen, des Energieforums, der Lokalen Agenda 21, der Handwerkerschaft sowie Magistrat und Verwaltung gebildet werden. Eine "intensive Beteiligung der Bürger" sei vorgesehen. Exner: "Verhandlungen mit Genehmigungsbehörden oder Firmen wurden nicht aufgenommen."
Zu den Genehmigungsverfahren von Windkraftanlagen konnte er wenig Erfreuliches mitteilen: "Sie sind im Außenbereich ‘privilegiert‘ zulässig, wenn keine öffentlichen Belange entgegenstehen. Ein Baugenehmigungsverfahren kann eingeleitet werden, ohne die Bürger zu beteiligen." Auch wenn es Ausschlusskriterien wie "Lage im Naturschutzgebiet" oder "Abstand zu Wohngebieten" gäbe: Das Argument, das Landschaftsbild eines Ortes werde negativ verändert, reiche gegen einen Bau nicht aus.
"Vorranggebiete"
Derzeit wollen der Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main und das Regierungspräsidium Darmstadt in den Regionalen Flächennutzungsplan "Vorranggebiete für Windkraftanlagen" einbauen. Durch diese werde, wie bei Bebauungsplänen üblich, eine Beteiligung der Bürger möglich. "Bis diese Änderung in Kraft tritt, sind Windkraftanlagen im Außenbereich aber grundsätzlich zulässig."
Was die Absichten Wiesbadens betreffe, verwies der Stadtrat wieder auf den Webauftritt der Landeshauptstadt. Eine Aufforderung an alle Zuhörer, sich selbst schlau zu machen.
Wer hier das Schlagwort "Windenergie" eingibt, kann lesen: "Auch in Wiesbaden gibt es Standorte mit Windverhältnissen, die eine wirtschaftliche Nutzung der Windenergie zulassen, darunter der Dachskopf bei Breckenheim." Der 300 Meter hohe, bewaldete Dachskopf liegt auf Breckenheimer Gemarkung, jedoch direkt an der Grenze zu Langenhain.
120 Meter hoch
Bis zu sechs Windenergieanlagen, die Achse (Nabe) eines Windrades bis zu 140 Meter hoch, könnten nach Wiesbadener Berechnungen auf dem Dachskopf aufgestellt werden. Die Windräder wären dann nur 1200 Meter von Langenhain und 1000 Meter von Wildsachsen entfernt. Das ist vorschriftsmäßig: Die Abstände zu Siedlungsflächen (1000 Meter) und Höfen wie Neumühle und Klingenmühle (500 Meter) sind gegeben. Die Windverhältnisse seien gut und eine "interkommunale Zusammenarbeit mit Hofheim" möglich.



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