Die großen Sorgen der Radler

Fehlende Schilder und unsichere Kreuzungen ärgern den ADFC

In rund zwei Monaten werden die Radprofis bei ihrem Rennen am 1. Mai zwei Mal durch die Burgstadt rasen – dank Streckenposten und spezieller Schilder werden sie den Weg schon finden. Denn auf die Beschilderung, die Hobby-Radler das ganze Jahr nutzen, sollten sie sich lieber nicht verlassen. . .

Von Harald Konopatzki

Kronberg. Wer die Sodener Straße hier überqueren will, muss schnell sein. Der ADFC wünscht sich daher eine Verkehrsinsel.Wer als Ortsfremder per Rad durch Kronberg will, braucht eine Karte – oder ein gutes Gedächtnis. Denn während große Teile des Vordertaunus für Radfahrer gut beschildert sind, hört es an der Kronberger Gemarkungsgrenze mit der Informationsflut auf. Bis dorthin werden die Radler gut geleitet – auf den markierten Wegen stehen regelmäßig Schilder mit Orts- und Entfernungsangaben. In Kronberg selbst sind zwar ebenfalls kleine weiße Schilder mit grünen Fahrrad-Piktogrammen und entsprechenden Pfeilen zu finden – wohin der Weg eigentlich führt, bleibt jedoch ein Geheimnis. Die letzten Entfernungen und konkreten Richtungsangaben finden sich an den Gemarkungsgrenzen – danach ist Blindflug angesagt.

Aussicht auf Abhilfe

Vor etwas mehr als einer Woche hatte der Ortsverein des ADFC bei seiner Jahreshauptversammlung bereits die "Automentalität" in Kronberg bemängelt und angekündigt, die Beschilderung überörtlicher Radwege voranzutreiben und die Stadtverwaltung für die gefährlichen Bedingungen, die es für Radfahrer gibt, zu sensibilisieren (wir berichteten). Die TZ hat jetzt nachgefasst – und zumindest für den ersten bemängelten Punkt scheint bereits für Abhilfe gesorgt zu sein.

"Der Kreis ist für die Beschilderung der Wege außerhalb von Bad Homburg zuständig", bestätigt Kreissprecherin Pamela Ruppert. Es gebe bereits eine weitreichende Planung, die federführend vom ADFC-Kreisverband ausgearbeitet worden sei, nun müsse diese nur noch umgesetzt werden. "Kronberg ist nicht die einzige Stadt, in der die Schilder fehlen. Eine erste Tranche – für Kommunen im Usinger Land – ist bereits geliefert worden, Kronberg wird bei der zweiten Lieferung bedient." Wann die Schilder letztlich aufgestellt werden, konnte Ruppert jedoch noch nicht sagen.

Engstellen

Ein zweites Problem sind in den Augen des ADFC die zahlreichen gefährlichen Punkte, die Radfahrer auf ihrem Weg durch die Stadt passieren müssen. Besonders zwei von ihnen stellt der neue Vereins-Vorsitzende Dr. Klaus-Dieter Lunau heraus. "In Oberhöchstadt ist die Einmündung der Stuhlbergstraße in die Oberurseler Straße besonders gefährlich. Autofahrer müssen erst in den Radweg einfahren, bevor sie ihn richtig einsehen können." Zwar gibt es auf der der Einmündung gegenüberliegenden Straßenseite einen Spiegel, der jedoch oft verstellt sei. "Da hat es schon häufiger schwere Unfälle gegeben", erinnert sich Lunau.

Ein zweiter neuralgischer Punkt ist in Lunaus Augen die Querung des Lindenstruthwegs mit der Sodener Straße unweit der Pappelallee. "Dort würde es sich anbieten, die Straße zu verbreitern, so dass in der Mitte Platz für eine Verkehrsinsel ist." Derzeit sei ein Überqueren der stark befahrenen Durchgangsstraße zu Stoßzeiten noch ein großes Wagnis. "Es würde helfen, wenn man die Fahrbahnen dort so voneinander trennen könnte, wie es ein paar hundert Meter weiter kurz vor dem Bahnhof Kronberg-Süd schon der Fall ist."

Lunau will Politik und Verwaltung bald auf eine besondere Weise davon überzeugen, dass nicht nur an diesen Stellen etwas getan werden muss – mit einer Fahrradtour. "Ich stelle mir vor, dass wir die Problemstellen einfach mal in großer Runde mit dem Rad ansteuern. Dabei könnte man auch ein mögliches parteipolitisches Hickhack ausblenden – erfahrungsgemäß ist die Stimmung bei solchen Ortsterminen eine ganz andere als bei Gremiensitzungen." Bei der Stadt rennt Lunau mit dem Vorschlag offene Türen ein. "Warum nicht?", so die spontane Reaktion von Stadtsprecher Claus Harbers. "Wir machen regelmäßig so genannte Verkehrsschauen, bei denen wir bestimmte Punkte auf Verbesserungen überprüfen. Allerdings fährt die Gruppe da in der Regel mit einem Bus die verschiedenen Punkte an."

Davon unabhängig werde die Stadt gerne Verbesserungsvorschläge des ADFC für die Radwege aufnehmen und deren Umsetzbarkeit prüfen.

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