Neubau für alle Generationen

DRK plant modernen Verwaltungskomplex an der Promenade – Rettungswache an neuer Klinik

Auf dem engen Grundstück zwischen Promenade und Elisabethenstraße platzt das DRK aus allen Nähten. Es will einen barrierefreien Neubau errichten, der aber mehr Platz in Anspruch nehmen würde, als dem Kreisverband zur Verfügung steht.

Von Anke Hillebrecht

Bad Homburg. Kreisgeschäftsführer Manuel Gonzalez zeigt auf die Stufen an der DRK-Zentrale, die den Eingang für Gehbehinderte unerreichbar macht. Nicht zuletzt aus solchen Gründen will das DRK das aus den 60er-Jahren stammende Gebäude abreißen und hier ein neues Begegnungszentrum bauen. Foto: Klaus Späne Die Zeiten, in denen sperrige Rettungswagen in größter Eile durch die enge Einfahrt auf die verkehrsreiche Kaiser-Friedrich-Promenade bugsiert werden mussten, sind schon länger vorbei. Seine Rettungswache hat das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Hochtaunus schon längst provisorisch in die alte Homburger Feuerwache verlegt (siehe auch "Zum Thema"). Doch auch für seine anderen Aktivitäten reicht dem Kreisverband seine in die Jahre gekommene Dependance nicht mehr aus.

Eine Sanierung des knapp 50 Jahre alten Gebäudes ist mittlerweile vom Tisch. "Wir planen auf dem Gelände einen Neubau", informierte gestern der DRK-Kreisvorsitzende Jürgen Banzer, nachdem er zuvor erläutert hatte, wie wirtschaftlich "kerngesund" der Kreisverband sei (siehe auch "Leistungen des DRK in Zahlen"). Schließlich wolle man die hier bestehenden Angebote "optimieren" und auch "die Administration im Zentrum aufrechterhalten". Investitionssumme: 6 Millionen.

Sauberer zuschneiden

Derzeit ist in dem DRK-eigenen Gebäude die Verwaltung des Kreisverbandes untergebracht, zudem der Pflegedienst, die Kleiderkammer, im ersten Stock die Begegnungsstätte und das Café Rotkehlchen für die Demenzbetreuung. Im zweiten Stock sitzt die Verwaltung des Rettungsdienstes. Auch die gegenüberliegende Trapp-Villa (Promenade 6) ist vom DRK genutzt. Auf dem eigentlichen DRK-Areal befindet sich zudem die Kita Spatzennest in der Elisabethenstraße. Sie soll künftig auch von der Promenade aus angefahren werden – nun werde es, wenn Eltern ihre Kinder absetzten, oft eng in der Elisabethenstraße.

"Es ist eine tolle zentrale Lage, die wir behalten wollen", erklärt auch Schatzmeister Peter Karutz. Nach Wunsch des DRK soll das Grundstück, das der Stadt gehört, dem DRK aber für weitere 30 Jahre in Erbpacht überlassen wurde, künftig etwas "sauberer zugeschnitten" werden, wie Banzer sagt. Das heißt, man will sich auf das benachbarte Areal (Hausnummer 3) ausdehnen. Nicht zuletzt um eine repräsentativere Einfahrt von der Promenade aus bauen zu können. Das sei auch im Sinne der Stadt, die mit dem Hausbesitzer in Verhandlungen stehe.

Sobald man sich einig sei, werde mit dem Abriss der alten Gebäude begonnen. Banzer würde am liebsten noch in diesem Jahr mit dem Neubau starten; sicher werde es aber zu Beginn nächsten Jahres so weit sein. Natürlich werde die neue DRK-Zentrale eine Tiefgarage bekommen; noch zu klären sei aber die Zahl der Stellplätze. In der Zentrale wären nach jetzigen Erwägungen etwa 25 Plätze vonnöten; im Rathaus sähe man es aber gern, wenn dort ein paar mehr entstünden. Möglicherweise könne auch eine passende Arztpraxis aufs Gelände ziehen.

Doch auch das DRK selbst könnte weitere Parkplätze brauchen, wird das Haus doch nach und nach zur Begegnungsstätte für Generationen ausgebaut. Beim Aufbau der Stadtteil-Zentren sei die DRK-Begegnungsstätte sozusagen das Zentrum für die Innenstadt, bekräftigt DRK-Kreisgeschäftsführer Manuel Gonzalez.

Auto für Demenzkranke

Ausgebaut wird auch die Betreuung von demenzkranken Personen. Waren es früher vereinzelte Fälle, so gebe es heute niemanden mehr, der nicht jemanden, der dement geworden sei, in der Bekanntschaft habe, sagte Banzer. Die Notwendigkeit sah auch der Rotary Club Bad Homburg, der 10 000 Euro für einen Ford Transit Kombi gespendet hat. Der Zonta-Club beteiligte sich mit 1500, Raimund Cipura mit weiteren 2000 Euro an dem geräumigen Wagen, der nun Demenzkranke zu Hause abholt und sie bequem bei Ausflügen chauffiert. "Für die Angehörigen ist das eine große Unterstützung", sagt die Fachbereichsleiterin Ingrid Eisner. Und die Demenzkranken freuten sich schon auf die Frühlingstour.

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