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Tomas Oral kehrt zum FSV zurück
Aber diesmal als Trainer des Konkurrenten FC Ingolstadt
Das Spiel der Zweiten Fußball-Bundesliga wird am Freitag zu einem Treffen alter Bekannter. Oral ist Möhlmanns Nachfolger in Ingolstadt.
Von Jörg Daniels
Ingolstadt/Frankfurt. ![]()
Tomas Oral. Foto: dpa Wenn Tomas Oral an seine Zeit beim FSV Frankfurt denkt, spricht der Ingolstädter Trainer von einer "Win-win-Situation. "Ich habe dem FSV viel zu verdanken", sagt er. "Im Gegenzug habe ich alles zurückgezahlt." Trotzdem kam es Anfang Oktober 2009 nicht zu einer Trennung in Harmonie. Nach acht sieglosen Spielen trat Oral, der die Mannschaft 2008 in die Zweite Liga geführt hatte, von seinem Posten zurück. Womöglich auch, weil er eine gewisse Dankbarkeit vermisst hatte? "Das ist schwer zu sagen. Im Fußball ist das ein schwieriges Wort", so der 38-Jährige. "Man vergisst sehr schnell in diesem Geschäft."
Bei ihm ist nichts hängen geblieben. Er freut sich auf das Wiedersehen am Freitag (18 Uhr), an dem die Bornheimer die Ingolstädter zum Abstiegsduell empfangen. In einer kuriosen Konstellation. Denn Oral ist in Ingolstadt der Nachfolger von Benno Möhlmann, der im Dezember wiederum bei den Frankfurtern einstieg. "Ich wollte mit Benno telefonieren", sagt Oral. "Doch es ging alles so schnell. Da war er schon Trainer beim FSV."
Den Kontakt nach Frankfurt hat er nie abreißen lassen. Noch immer ist hier sein Hauptwohnsitz. Alle drei bis vier Wochen besucht Oral den Ort, an dem er als Trainer groß geworden ist. Nach sieben Jahren in der Oberliga stiegen die Bornheimer 2007 in die Regionalliga auf. Oral hatte damals die erste Mannschaft erst vor der Saison übernommen. In der darauffolgenden Spielzeit folgte der Durchmarsch in die Zweite Liga. Das war das Meisterstück des Jungtrainers, der schon bei der zweiten Mannschaft ein Garant für Aufstiege war. Sein Fleiß und unbedingter Siegeswille machten sich für alle bezahlt.
"Ich habe den Verein wieder ins Rampenlicht geführt", sagt er. Auf der anderen Seite profitierte er lange auch von der schützenden Hand des früheren Managers und Geschäftsführers Bernd Reisig - vor allem im Abstiegskampf in Liga Zwei. Zum Schluss aber war das Verhältnis mancher Belastungsprobe ausgesetzt. Anschließend dauerte es, bevor beide wieder unbefangen miteinander umgehen konnten.
Seinen Rückzug in Frankfurt bereut der Ex-Regionalligaspieler nicht, "ich würde es genauso wieder machen". Denn: "Es war eine Geschichte, die ich gut überlegt habe." Er ist ein Mensch mit Ecken und Kanten, der mit seiner Meinung nicht zurückhält. Wie er einem Streit nicht ausweicht. Aber er ist geradlinig, prinzipientreu, berechenbar und ehrlich. Außerdem ist er bereit, dazu zu lernen. "Großartig habe ich mich nicht verändert", sagt Oral. "Ich hatte immer das Gefühl, eine gewisse Reife zu haben. Sicher bin ich erfahrener geworden."
Nachdem er RB Leipzig nicht in die Dritte Liga hatte führen können, trennte sich der finanzkräftige Verein im Sommer 2011 von ihm. Am 10. November übernahm Oral dann den FC Ingolstadt, der als Sechzehnter im Augenblick zwei Punkte hinter dem FSV liegt. "Zu dem Zeitpunkt war die Anfrage schon überraschend", sagt er. Beim Abstiegskandidaten traf Oral wieder auf den früheren Bayern-Profi Thomas Linke, der dort Sportdirektor ist. "Der Verein wollte eine Umstrukturierung mit einem neuen Trainer und einem neuen Sportdirektor. Die Wahl fiel auf Thomas. Und seine Vorstellungen deckten sich mit denen des Klubs." In absehbarer Zeit wollen die Ingolstädter in die Bundesliga aufsteigen. Im Winter verstärkten sie sich mit namhaften Spielern. Oral hätte nichts dagegen, wieder zum Aufstiegstrainer wie einst in Frankfurt zu werden. Aber er sagt auch: "In die Erste Liga wollen viele Vereine. Wir wollen erst mal in der Zweiten Liga bleiben." Genau wie der FSV Frankfurt.


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