Mit dem Trainingsfleiß kommen die Erfolge

Durch ihre Schwester kam Anna Domscheit zu ihrem Sport – und strebt nun auch die Meisterschaft im Einzel an

Im September holte sich die Zwölfjährige aus Diedenbergen im Ringtennis den deutschen Meistertitel im Doppel. Nun durfte sie sich in das Goldene Buch der Stadt Hofheim eintragen.

Hofheim. Bürgermeisterin Gisela Stang wollte es angesichts der tollen Leistung nicht bei einer schriftlichen Gratulation belassen. "So erfolgreiche Hofheimer Sportlerinnen und Sportler bitten wir, sich in unser Gästebuch einzutragen. Ein deutscher Meistertitel gehört auch außerhalb der Sportlerehrung geehrt, denn das ist wirklich eine außergewöhnliche Leistung", lobte Stang.

Schon mit sieben Jahren begann Anna Domscheit, Ringtennis zu spielen. "Ich habe immer zusammen mit meiner Mutter meine Schwester vom Training abgeholt und dann ein bisschen zugeschaut. Das hat mir so gut gefallen, dass ich es auch mal selbst ausprobieren wollte. Und dann bin ich eben dabeigeblieben", erzählt die Schülerin. Die Erinnerungen ihrer Großeltern gehen noch weiter zurück: "Sie hat das schon als Kleinkind gespielt, nur nicht so professionell und ohne Netz." Nach drei Jahren intensiven Trainings begann Anna, an Wettkämpfen teilzunehmen – mit großem Erfolg: Schon bei ihrer ersten Hessenmeisterschaft 2009 ergatterte sie den Titel im Einzel. Bei den folgenden Landesmeisterschaften holte sie sich jeweils den zweiten Platz im Einzel, im Doppel reichte es in beiden Jahren zur Goldmedaille. Ebenso erfolgreich war sie bei den süddeutschen Meisterschaften 2011: Im Doppel gewann sie, im Einzel stand der zweite Platz zu Buche. Den Höhepunkt erlebte Anna Domscheit bei den deutschen Meisterschaften in Hünxe nahe der holländischen Grenze im September: Mit ihrer Doppel-Partnerin Simona Wolf aus Karben – mittlerweile verbindet die beiden eine gute Freundschaft – wurde sie deutsche Meisterin im Doppel. In der Einzelwertung belegte sie Platz fünf, allerdings musste sie auch gegen bis zu zwei Jahre ältere Gegner antreten.

Besonders aufgeregt sei sie nie, sagt Anna Domscheit: "Ich nehme an so vielen Wettbewerben teil, da bin ich nicht mehr nervös. Aber Spaß machen mir die Wettkämpfe auf jeden Fall", erklärt sie. Trainerin Helga Pauly-Gegenheimer ist besonders stolz auf "ihre" Anna: "Gemeinsam mit meinem Trainerkollegen Steffen Wink notiere ich mir immer, wer wie oft im Training war. Anna ist die einzige, die ohne Ausnahme jedes Mal da ist. Da freut es uns besonders, dass sie solch tolle Erfolge feiern kann."

Antrieb benötigt die Zwölfjährige keineswegs, wie ihr Vater erklärt. "Sie macht das alles sehr eigenständig und sehr uneitel. Man muss sie nicht auffordern, ins Training zu gehen, das macht sie alles alleine. Wenn sie nach Turnieren heimkommt, schnappe ich mir gleich immer die Urkunden und scanne sie ein, bevor sie irgendwo in ihrem Zimmer verschwinden. Ich glaube, sie würde sich niemals eine Urkunde an die Wand hängen", urteilt Papa Domscheit über die Bescheidenheit der eigenen Tochter. Auch er habe sich schon mal im Ringtennis versucht. "Allerdings ohne großen Erfolg. Die Niederlage gegen Anna war vernichtend", verrät er mit einem Grinsen.

Ganz besonders stolz auf das junge Vereinsmitglied ist auch Frank Strathmann, Vorsitzender des TV Diedenbergen. "Wir vom Verein freuen uns sehr, dass sie solch tolle Ergebnisse abliefert. Da kann man nur stolz sein."

Ihr nächstes sportliches Ziel hat sich die junge Sportlerin bereits gesteckt. "Nächstes Mal hole ich mir die deutsche Meisterschaft auch im Einzel", gibt sie sich die Marschroute vor. Natürlich wird sie auch bei den hessischen Meisterschaften teilnehmen, aller Voraussicht nach sogar direkt vor der Haustür. Wahrscheinlich wird der TV Diedenbergen das Turnier am ersten Juni-Wochenende ausrichten. Vielleicht gratuliert ja auch dann wieder die Bürgermeisterin. . .wma

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