04.02.2012 FSV Frankfurt

Fast vergessene Glücksgefühle

Klandt und Doppel-Torschütze Micanski sind die Matchwinner des verbesserten FSV

Der FSV Frankfurt hat im Abstiegskampf der Zweiten Fußball-Bundesliga ein Lebenszeichen gesendet und mit dem etwas glücklichen 2:1 beim MSV Duisburg eine lange Durststrecke beendet.

Von Michael Helms

Duisburg. Patric Klandt feiert mit den wenigen, aber anscheinend heißblütigen FSV-Fans den überraschenden Auswärtssieg.	Foto: HübnerPatric Klandt feiert mit den wenigen, aber anscheinend heißblütigen FSV-Fans den überraschenden Auswärtssieg.	Foto: HübnerPatric Klandt feiert mit den wenigen, aber anscheinend heißblütigen FSV-Fans den überraschenden Auswärtssieg. Foto: Hübner Es ist fast immer das gleiche Spiel. Kaum ist die Winterpause beendet, schlägt Väterchen Frost unbarmherzig zu und macht Fußball im Freien für alle Beteiligten nicht gerade zu einer vergnüglichen Angelegenheit. So hatten die Verantwortlichen des MSV Duisburg zwar schon seit Sonntag die Rasenheizung ihrer Spielstätte auf Hochtouren laufen lassen, die gestrige Partie gegen den FSV Frankfurt stand trotzdem kurz vor der Absage. Denn trotz der Fernwärme war der Rasen knüppelhart gefroren. Erst am Freitagvormittag entschied eine Platzkommission, dass die Begegnung dennoch angepfiffen wird. Eine durchaus diskussionswürdige Entscheidung, den regulär waren die Bedingungen gestern Abend nicht.

Möhlmanns gutes Debüt

"Wir freuen uns natürlich, dass wir uns heute für vier Wochen Arbeit belohnt haben. Aber es war ein glücklicher Sieg, denn die Bodenverhältnisse waren unberechenbar", erklärte Frankfurts Cheftrainer Benno Möhlmann, der bei seinem Pflichtspiel-Debüt auf der Bank der Bornheimer einen glänzenden Einstand hatte und mit dem dritten Saisonsieg der Hessen das Ende einer langen Durststrecke miterlebte. Am 30. September des vergangenen Jahres war dem FSV beim 3:1 in Aachen der letzte dreifache Punktgewinn gelungen.

Möhlmann schickte eine Anfangsformation auf den schwer zu bespielenden Untergrund, die einige Überraschungen parat hatte. Zwei der vier im Winter neuverpflichteten Profis standen in der Startelf, obwohl sie in den Tagen zuvor durch Blessuren kaum trainieren konnten. Chadli Amri sollte im rechten offensiven Mittelfeld für Schwung sorgen, Ilian Micanski, die zweite Leihgabe aus Kaiserslautern, bildete mit dem jungen Südkoreaner Jutae Yun den Zweimann-Sturm der Bornheimer. Michael Görlitz, den viele in der Startelf erwartet hatten, saß zunächst nur auf der Bank, während Dennis Cagara, der vierte Neuzugang des FSV, die Reise nach Duisburg erst gar nicht mit angetreten.hatte.

Aber Möhlmann hatte mit der Wahl seiner Starelf alles richtig gemacht. Dem Bulgaren Micanski gelangen beide Treffer für die Gäste (17. und 68. Minute), und Chadli Amri zeigte bis zu seiner Auswechslung in der 77. Minute eine starke Vorstellung.

Spieler des Abends aus Frankfurter Sicht war allerdings Torhüter Patric Klandt, auch wenn er mit seinem Fehler kurz nach der Pause den Ausgleich durch den Kopfball von Goran Sukalo verursachte. "Wir hatten heute einen überragenden Torhüter, bei dem wir uns auch bedanken können, dass wir gewonnen haben", lobte FSV-Geschäftsführer Uwe Stöver den Frankfurter Keeper, der mit seinen zahllosen Glanzparaden die Duisburger Angreifer zur Verzweiflung brachte.

Alleine in den ersten fünf Minuten verhinderte Klandt gleich drei Mal die Führung des MSV, als er die zwei Chancen von Daniel Brosinski und Emil Jula zunichte machte. Und in der Schlussphase (80.) rettete Klandt innerhalb weniger Sekunden zunächst gegen Valeri Domovchiyski und Zvonko Pamic und bescherte den Bornheimern so einen glänzenden Start nach der Winterpause.

Bei aller Freude über die spielerisch durchaus erfrischende Vorstellung brach im Lager des FSV keine Euphorie aus. "Wir müssen noch sehr viel arbeiten und noch sehr viel verbessern", erklärte Möhlmann und sprach damit die Defizite im Defensivverhalten seiner Mannschaft an. "Das war heute zwar nur ein kleiner Schritt. Aber einer in die richtige Richtung",erklärte Stöver, den man schon lange nicht mehr so entspannt erlebte wie gestern Abend im Duisburger Eiskeller, wo der FSV Frankfurt einen heißen und vor allem erfolgreichen Kampf geliefert hatte.

Duisburg: Wiedwald – Hoffmann, Bruno Soares, Bajic, Benjamin Kern – Sukalo – Gjasula (61. Pamic) – Brosinski (77. Exslager), Wolze – Jula (70. Baljak), Domowtschiski. – Frankfurt: Klandt – Huber, Schlicke, Gledson, Teixeira – Cinaz, Heitmeier – Amri (77. Görlitz), Gaus – Micanski (86. Chrisantus), Yun (64. Yelen). – SR: Unger (Halle/Saale). – Tore: 0:1 Micanski (17.), 1:1 Sukalo (48.), 1:2 Micanski (68.) Zuschauer: 9577. – Gelbe Karten: Bajic (6), Exslager (2) – Yun.

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Ergebnisse Fußball, 2. Bundesliga

Eintracht Braunschweig – FC Ingolstadt
3:1
FC Energie Cottbus – 1. FC Union Berlin
2:1
FC Erzgebirge Aue – VfL Bochum
2:1
FC Hansa Rostock – Spvgg. Greuther Fürth
2:2
FC St. Pauli – SC Paderborn
5:0
Fortuna Düsseldorf – MSV Duisburg
2:2
FSV Frankfurt – Dynamo Dresden
1:1
Karlsruher SC – Eintracht Frankfurt
1:0
TSV München 1860 – Alemannia Aachen
1:2
1 1 Spvgg. Greuther Fürth
70
2 2 Eintracht Frankfurt
68
3 3 Fortuna Düsseldorf
62
4 5 FC St. Pauli
62
5 4 SC Paderborn
61
6 6 TSV München 1860
57
7 7 1. FC Union Berlin
48
8 9 Eintracht Braunschweig
45
9 8 Dynamo Dresden
45
10 10 MSV Duisburg
39
11 12 VfL Bochum
37
12 11 FC Ingolstadt
37
13 13 FSV Frankfurt
35
14 14 FC Energie Cottbus
35
15 15 FC Erzgebirge Aue
35
16 16 Karlsruher SC
33
17 17 Alemannia Aachen
31
18 18 FC Hansa Rostock
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