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Den Gauck gemacht

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Jetzt wo der Gauck nicht mehr Bundespräsident werden will, wollen plötzlich alle nicht mehr, oder wie? Erst der Vollbart-Trend, jetzt die Amtsverzichtswelle? Gleich zwei hochrangige hessische Lokalpolitiker haben in den vergangenen Tagen erklärt, nicht ein weiteres Mal für ihre Ämter kandidieren zu wollen: Zunächst der Kasseler Oberbürgermeister Bertram Hilgen, dann Main-Kinzig-Landrat Erich Pipa.

Dass beide der SPD angehören, ist hoffentlich nur ein Zufall und hat nichts mit den desaströsen Umfragewerten der Partei zu tun. . .

Hilgen wie Pipa weisen auf die enorme Belastung ihrer Arbeit hin. Das Amt fordere ihn „mit Haut und Haaren“ und rund um die Uhr, sagt Hilgen. Nach zwölf Jahren wolle er deshalb im kommenden Jahr aus dem Oberbürgermeisteramt scheiden und „mehr Zeit mit seiner Frau verbringen“.

Auch Pipa führt an, jahrzehntelang den Beruf in den Vordergrund gestellt zu haben, wobei seine Familie immer zu kurz gekommen sei: „Das wird sich jetzt ändern.“ Dass er auch die Morddrohungen nochmals erwähnte, die er wegen seines Engagements in der aktuellen Flüchtlingssituation erhalten hatte, wirft ein trauriges Licht auf die ansonsten nachvollziehbaren Gründe.

Die Herren werden der hessischen Politik fehlen. Nicht nur, weil sie ordentliche Arbeit in ihren Kommunen geleistet haben, sondern noch darüber hinaus mitgemischt haben: Hilgen als Präsident des Hessischen Städtetags und Pipa als Präsident des Hessischen Landkreistags.

Wer hingegen immer will und meistens darf, ist Volker Bouffier. Gewisse Stimmen meinen, er wolle sogar Bundespräsident werden, mindestens aber will er Ministerpräsident in Hessen bleiben – und auch Landesvorsitzender der CDU. Und weil die Union hierzulande will, was Bouffier will, haben sie ihn beim Parteitag am Samstag einfach mit tollen 97,5 Prozent wiedergewählt. Auch bei Bouffier und seinen vielen Ämtern kommt die Familie natürlich zu kurz, deshalb fährt Gattin Ursula einfach ganz oft mit auf seine Termine.

Und sonst so, die Hessen? Schräge Zeilen beim HR-Internetangebot „hessenschau.de“. Schmissig am Sonntag der Jubel: „Hessischer Doppelsieg beim Grand Prix in Baku“. Geht noch schlimmer: „Wiesbaden vor Heppenheim, Nico Rosberg vor Sebastian Vettel.“

Hilfe! Ist das Regionalisierung oder eher peinliche Provinzialisierung? Richtig wäre die Zeile „Monaco vor Schweiz“. Denn dort wohnen seit vielen Jahren die im Kreis fahrenden Multimillionäre Rosberg und Vettel. Weil es steuerlich günstiger kommt.

Die beiden vermeintlichen Hessen wüsste Finanzminister Thomas Schäfer sicher gerne noch als Steuerzahler in seinen Reihen. Die hat er allerdings nicht halten können. Halten will Schäfer aber möglichst viele Torschüsse, wenn heute Abend die Fußballer der Landtagself gegen eine Auswahl seiner hessischen Finanzverwaltung antreten. Teamname: „Slowmotions“. Ausgerechnet. Dabei kommt es zum Duell zweier Torwart-Giganten. Das Gehäuse der Landtagskicker hütet der genau wie Schäfer ausgesprochen wohlbeleibte Europastaatssekretär Mark Weinmeister.

„Bei den Torleuten wird auch klar, warum die Tore gut 7 Meter breit sein müssen“, witzelt Schäfer deshalb auf Twitter.

Auf Twitter: @DerBarkewitz

(barke)
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