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Die Hessentags-Ente

So, der Hessentag ist wieder vorbei. 940 000 Menschen haben sich laut Zahlen der Staatskanzlei nach Herborn aufgemacht, um die zehntägige Sause mitzufeiern. Mit 800 000 Menschen hatten die Veranstalter kalkuliert, das Plus bestätigt die Landesregierung in ihrem Wahn, weiterhin mit Millionensubventionen das größte und mit zehn Tagen längste Landesfest der Republik zu feiern.

Wobei ja mit dem revolutionären Konzept „Hessentag der Zukunft“ von Schwarz-Grün alles besser werden soll. Dies sei darauf ausgelegt, den Hessentag individuell auf die Ausrichterkommunen und ihre Rahmenbedingungen zuzuschneiden, erklärt Ministerpräsident Volker Bouffier. Dadurch könnten die Kosten für Stadt und Land gesenkt werden.

Verstehe ich ehrlich gesagt nicht. Im Ergebnis werden nach wie vor zig Millionen Euro Steuergeld in die Ausrichterstadt gepumpt und die Kommune bleibt auf einem siebenstelligen Defizit sitzen. Wie vorher auch.

Wenigstens fehlt nicht nur mir der intellektuelle Zugang, der Bund der Steuerzahler versteht das neue Konzept auch nicht. „Nach einem zähen und intransparenten Reformprozess hat man weitgehend die bisherige Praxis beibehalten“, urteilt dessen Landesvorsitzender Joachim Papendick und spricht von einer „zehntägigen Party, die aus unterschiedlichen öffentlichen Kassen mit mehr als 20 Millionen Euro subventioniert wird“.

Naja, wollen wir über die paar Milliönchen nicht weiter reden und kommen zu echten Problemen: Was verteilt man als Standbetreiber an die Besucher auf dem Hessentag? Diese Frage hat auch die CDU-Fraktion gewälzt und wollte eine Gummiente unters Volk bringen. Idee: Das Modell mit Aktentasche, Anzug und Krawatte – als typisches Klischee eines Politikers.

Oh, oh, oh, da kam aber sofort das Veto der Sozialreferentin: Das sei ja problematisch, weil es eine rein männliche Ente sei, wird aus CDU-Kreisen berichtet. Eine Gender-Diskussion inzwischen auch in der CDU-Fraktion, das sei ja nicht unbedingt zu erwarten gewesen, unkt einer aus der Truppe. Leider liefert der Quietschentchen-Hersteller aber kein Modell „Politikerin“. Die eindeutig weibliche Variante „Krankenschwester“ passte auch nicht wirklich, also entschied sich die Fraktion politisch korrekt für ein Unisex-Modell: blau mit gelbem Schnabel. Immerhin sei Blau ja die Fraktionsfarbe der Union, tröstet man sich bei den Anhängern des erstgewählten Entenmodells . . .

Eher topografische Schwierigkeiten hatte der FDP-Fraktionsvorsitzende Florian Rentsch, der bei der öffentlichen Fraktionssitzung in Herborn das Hessentags-Paar „aus Haiger“ begrüßte. Herborn oder Haiger, Hauptsache Hessen? Wahrscheinlich ereilte Rentsch dieser Blackout, weil er zuvor gestresst im Stau stand: Ausgerechnet zum Hessentag werde die Autobahn nach Herborn wegen Fahrbahnmarkierungen verengt, grollte der ehemalige Verkehrsminister.

Mehr Glück war ihm beim Tischfußball im Zelt der Landesausstellung beschieden: Zusammen mit seinem Fraktionskollegen René Rock deklassierte er eine Grünen-Auswahl mit 10:0 und 10:6 und ein CDU-Team mit 10:2. Wenigstens hier ein Sieg gegen Schwarz-Grün . . .

Und jetzt seien Sie versichert, liebe Leser, dies ist keine Zeitungsente männlichen oder weiblichen Geschlechts – jedes Wort ist wahr!

(barke)
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