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Barkewitz am Mittwoch: Feuer und Flamme

So, jetzt muss ich doch mal wieder den Oberlehrer geben. Wahr-scheinlich haben Sie, liebe Leser, ja auch seit vergangenem Sonntag wieder dieses kerzenbewehrte Korniferengeflecht auf dem Tisch stehen und die zylinderförmigen Wachskörper entzündet. Meist Ad-ventskranz genannt. Aber seien Sie bloß vorsichtig damit!

„Leichtsinn und Unachtsamkeit sind insbesondere in der Advents-zeit oftmals Auslöser von Woh-nungsbränden durch Kerzen, Ad-ventskränze, Tischgestecke oder Weihnachtsbäume“, warnt uns der Landesbranddirektor Harald Uschek aus dem Innenministerium. So ein Teufelszeug, wäre man ja fast geneigt erschrocken auszurufen! Aber dieser Ausdruck verbietet sich anlässlich der nahenden Ankunft des Gottessohnes selbstverständlich.

Oft genüge schon ein kleiner Funke, um einen Adventskranz oder Weihnachtsbaum schlagartig zu entfachen, warnt der Landes-branddirektor. Wer am Weih-nachtsbaum nicht auf natürlichen Kerzenschein verzichten möchte, sollte immer einen Eimer Wasser oder andere Löschmittel griffbereit haben, lautet sein guter Rat. So ein Eimer mag sich eventuell auch als sehr nützlich erweisen, sollte der Magen gegen die traditionelle Völlerei und Trunksucht beim Weihnachtsmahl rebellieren . . .

Also: Brennende Kerzen nie unbeaufsichtigt lassen und beim Verlassen des Zimmers löschen, warnt Uschbek. Seien Sie also bitte so gut, liebe Leser, und halten sich an diesen Rat – immerhin kommt er vom Landesbranddirektor. (Den Titel mag ich, wie Sie inzwischen vielleicht schon bemerkt haben.)

Ich hoffe, dass Ministerpräsident Volker Bouffier und sein Hausverwalter Axel Wintermeyer ebenfalls die Warnhinweise ihres obersten Brandlöschers befolgen, denn die beiden haben am Montag auch einen Weihnachtsbaum für ihre Staatskanzlei in Wiesbaden be-kommen. Überbracht von einer großen Abordnung des Hessischen Waldbesitzerverbandes und der – Achtung! – Hessischen Weihnachtsbaumkönigin Sabine Leib. Eine 20 Jahre alte Nordmanntanne aus dem Vordertaunus haben die Herren und Durchlaucht mitgebracht. Neun Meter hoch – vielleicht sollten da lieber zwei, drei Eimer Wasser bereit stehen!

Landtagspräsident Norbert Kart-mann hat den Kürzeren gezogen, also Weihnachtsbaum. Dessen Nordmanntanne, die er für den Landtag bekommen hat, misst nur sechs Meter. Stammt aber aus „nachhaltig bewirtschafteten Wäl-dern“, wie der Spender, die „PEFC-Landesgruppe Hessen“ versichert. PEFC? Ist so ein Gütesiegel für Wälder, die ausgeschriebene Ver-sion ist zu lang, das kostet mich hier zu viele Zeilen, sehen Sie es mir bitte nach – sowas wie der Zusatz „Dolphin friendly“ auf der Thunfischdose eben.

Größe, naja. Sechs Meter, zwölf Meter, geradezu Bonsais im Vergleich zu dem Baum auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt: 33 Meter misst die Fichte aus Tirol. Der Hessische Rundfunk hat dankenswerterweise seine Rundfunkgebühren für eine investigative Recherche genutzt und herausgefunden, dass dies der größte echte Weihnachtsbaum in Deutschland ist. Wahnsinn! Da kann die Landeshauptstadt nicht mithalten: Das Bäumchen auf dem Wiesbadener „Sternschnuppenmarkt“ schafft es laut HR nur auf 29 Meter.

Also, in diesem Sinne: Eine besinnliche Adventszeit – und spielen Sie nicht mit dem Feuer!

 

Auf Twitter: @DerBarkewitz

 

(barke)
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