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Rio ruft, Gesa, hall druff!

Endlich ist es geschafft! Vier Wochen habe ich mich durch eine Fußball-Europameisterschaft gequält, die ihren Namen oft nicht verdient hat. Wenigstens ist am Ende Portugal Europameister geworden. Ich erinnere mich immer noch mit Grausen, wie 2004 Rehagels griechische Rumpelfußballer die großartige portugiesische Mannschaft um Luis Figo im Finale ihrer Heim-EM geschlagen haben. Späte Gerechtigkeit.

Portugal. Was wissen Sie denn so über das Land? Fado, Portwein, Algarve? Vielleicht wollen Sie, liebe Leser, ja zufällig gerade mal wissen, wie viele portugiesische Studierende es in Hessen gibt? Oder welche Dimensionen Ein- und Ausfuhr von „Schuhen, Lederwaren und Leder“ zwischen Hessen und Portugal haben?

Etwa nicht? Ich sage es Ihnen trotzdem. Denn das Statistische Landesamt in Wiesbaden hat in seiner Euphorie über den portugiesischen Sieg tief in seine Datensammlung gegriffen und die Glückwunsch-Pressemitteilung mit diesen Zahlen garniert. Es gibt demnach also 268 portugiesische Studenten in Hessen, das sind 0,8 Prozent aller Studenten mit ausländischer Staatsangehörigkeit. Aha.

Weiterhin beglücken uns die Statistiker mit der Info, dass im Jahr 2015 in der „Warengruppe Schuhe, Lederwaren, Leder“ Güter im Wert von 432 000 Euro aus Hessen nach Portugal ausgeführt worden sind. Das entspricht zwölf Tonnen. Umgekehrt hat Hessen 407 Tonnen Schuhe und Leder im Wert 10,2 Millionen Euro eingeführt. Und jetzt werden die nüchternen Zahlenmenschen ganz idyllisch: „Verglichen mit dem Gewicht der bunten portugiesischen Fischerboote wären das 54 Boote (eines dieser Boote wiegt ca. 7,5 Tonnen).“

Interessant, wie? Jaja, ich weiß schon, was Sie jetzt sagen wollen . . .

Schauen wir nochmal schnell zu den hessischen Nationalkickern. Ein langer Blick wird das nicht – Kurzeinsätze für den Bebraer Shkodran Mustafi (immerhin ein Tor) und den gebürtigen Frankfurter Emre Can. Eigentlich ist damit schon alles erzählt.

Blicken wir dann doch lieber zu anderen hessischen Sportlern. Zu einer Sportlerin genau genaugenommen: Gesa Felicitas Krause. Zack, Gold im Hindernislauf bei der Leichtathletik-EM in Amsterdam. Sauber! Und jetzt geht’s ab nach Rio. Olympia sei aber etwas ganz anderes, glaubt die gebürtige Ehringshausenerin: „Andere sind in Rio an der Reihe, das Rennen zu bestimmen.“

Ach was, liebe Gesa Krause, das wird schon, hall druff!

Ministerpräsident Volker Bouffier und sein für den Sport zuständiger Minister Peter Beuth haben am Montag schon mal die hessischen Olympia-Teilnehmer in der Dienstvilla in Wiesbaden verabschiedet. Dauert zwar noch etwas bis zum Abflug nach Brasilien, aber wenn die Sonne schon mal so schön scheint . . .

Zum Abschied, so heißt es, gab es für die hiesigen Olympioniken „Sportbekleidung und Fahnen mit dem ,Sportland Hessen‘-Aufdruck“. Die Freude war groß.

Der Ministerpräsident versorgt uns dann auch noch mit Statistik: „Seit 1952 konnten hessische Athletinnen und Athleten 125 olympische Medaillen erringen.“ Insgesamt starten 56 Sportler aus dem Bundesland bei den Olympischen und Paralympischen Spielen in Rio.

Auch Gesa Krause. Die wollte aber kein „Sportland Hessen“-Leibchen. Sie hat sich lieber in Hannover die offizielle deutsche Olympia-Kleidung abgeholt.

(barke)
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