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GLOSSIERT

Die Engel streiten

Von Michael Kluger

Neulich soll’s an der Himmelspforte einen ziemlichen Tumult gegeben haben. Plötzlich standen da zwei dubiose Typen – Bart, untersetzt, abgerissene Klamotten – und wollten rein. Sie drohten dem Wächter sogar Prügel an. Dabei weiß alle Welt, dass nicht jeder dahergelaufene Duisburger Prolet in den Himmel kommt. Türsteher Petrus habe sie, hieß es, erst mal ins Fegefeuer geschickt, um die schwarzen Seelen zu reinigen. Jetzt sind die Burschen wieder aufgetaucht – Seelen und Hemden blütenweiß, die versengten Barthaare ordentlich gekämmt. Die Tür ging auf und, schwups, waren sie drin: Bud Spencer und Götz George. Unter den himmlischen Heerscharen ist derweil eine Kontroverse entbrannt. Die konservativen, mehr gesinnungsethisch orientierten Erzengel sagen, Schläger hätten im Himmel nichts zu suchen: Schwerter zu Pflugscharen! Liberale erwidern pragmatisch, der Zweck heilige die Mittel: Im Dienst einer guten Sache seien vier Fäuste so viel wert wie ein Hallelujah. Hitler oder Saddam habe man schließlich auch nur mit Gewalt in die Hölle gekriegt, nicht mit Gebeten. Es heißt, unter den streitenden Engeln sei es zu ersten Handgreiflichkeiten gekommen. Die Chorgestühle seien verwaist. Man habe bereits eine zerbrochene Schalmei gefunden. Ungewiss sei, ob der liebe Gott diesmal mit einem blauen Auge davonkomme.

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